04. Februar 2012, 00:00 Uhr

Waffe aus Gewehrfabrik Richter mit patentiertem Mechanismus

RUNDSCHAU-Serie: Schätze aus dem Museumsarchiv

Cottbus Hinter den Türen des Cottbuser Stadtmuseums lagern Schätze und Schätzchen aus 855 Jahren Stadt- und Regionalgeschichte. Seit mehr als einem Jahr ist das Haus in der Bahnhofstraße jedoch wegen seines schlechten Bauzustandes und massiver Budgetkürzungen geschlossen. Diskutiert wird sogar eine Anpassung der Bestände. In einer RUNDSCHAU-Serie stellt Museumsleiter Steffen Krestin Exponate vor, die der Öffentlichkeit so womöglich für immer verloren gehen.

Steffen Krestin zeigt eine Jagdwaffe aus der Gewehrfabrik Richter. Foto: Silke Halpick/sha1 Foto: Silke Halpick/sha1
„Eigentlich habe ich es ja nicht somit Waffen“, sagt Steffen Krestin. Trotzdem ist der Museumsleiter stolz auf das doppelläufige Jagdgewehr, das er nun in den Händen hält und auf dem Gebrauchsspuren – vermutlich von der Jagd – deutlich zu erkennen sind. Das Besondere an der Flinte: Sie wurde vom Cottbuser Albert Richter im Jahr 1910 mit einem eigenen Schlossmechanismus ausgestattet. Ein Mechanismus, den sich Richter patentieren ließ.

„Das Gewehr zeigt, wie innovativ und eigenständig der Cottbuser Mittelstand schon um die Jahrhundertwende gearbeitet hat“, so Krestin. Die Gewehrfabrik Richter war bis 1921 in der Mauerstraße 3, ab 1926 am Neumarkt 5 ansässig und betrieb ihr Geschäft zunächst mit Jagdwaffen und Munition, später wurden nur noch Sportartikel verkauft. „Richter entwickelte den Schlossmechanismus im Hinterstübchen seines Geschäftes, stellte die Waffen in Manufakturarbeit her und verkaufte sie in kleiner Serie“, erzählt Krestin.

Das Gewehr wurde dem Museum von einem Antiquitätenhändler 1997 zum Kauf angeboten. Der Lauf ist stark rostnarbig, im Mittelteil finden sich Jagdmotive und die Aufschrift „Richter Verschluss Cottbus“ eingraviert. Die Waffe war schon in mehreren Ausstellungen zu sehen.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 02:42 Uhr
Autor: Silke Halpick/sha1

Silke Halpick/sha1

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