13. März 2010, 00:00 Uhr

Vierhändig auf deutsch-italienisch

Chiara Baroni genießt Austauschjahr und lernt auch Sorbisch

Für Chiara Baroni lohnt sich das Austauschjahr in Cottbus sprachlich doppelt: Die Italienerin wird nach der 11. Klasse am Niedersorbischen Gymnasium nicht nur deutsche, sondern auch sorbische Vokabeln kennen.

„Verholfen“ zu diesem Spaß hat ihr dabei Gastmutter Katrin Pischon. Die Ströbitzerin hatte von den Qualitäten des Niedersorbischen Gymnasiums gehört und von den Sprachinteressen ihrer Zieh-Tochter, die auch Spanisch, Französich und Latein spricht, gewusst. Also meldete sie die 17-Jährige kurzerhand dort an. Chiara gefällt es vom ersten Tag an. „Die Mitschüler haben mir natürlich zuerst mal lustige Fragen gestellt. Ob es denn bei uns tatsächlich immer nur Pasta gibt und ob mein Vater ein Mafiosi ist“, erzählt sie. Sie habe rasch liebe Freundinnen gefunden, mit denen sie ins Kino geht und Fußball spielt. „Da kommt mir zugute, dass ich daheim in Brescia auch viel mit unseren Jungs gekickt habe.“ Beigetragen zu einer abwechslungsreichen Zeit in Deutschland hat auch die sorbische Kultur, die sie an der Schule hautnah erlebt: „Die Begriffe Zapust und Kokott kann ich inzwischen erklären, auch weil ich mir manches in der Praxis angeschaut habe.“

Pech hatte die junge Italienerin mit dem diesjährigen Winter. Ob es denn nicht schlimm sei, für eine wärmeverwöhnte Italienerin, dies mitzuerleben?, wurde sie kürzlich gefragt. Ihre Antwort, die so viel aussagt zum Charakter der Chiara Baroni, lautete: „Schlimm? Nein, denn schlimm sind doch ganz andere Sachen. Schauen Sie doch nur nach Haiti – so was ist schlimm!“

Trotzdem wird sie aber vom kalten deutschen Winter erzählen, wenn sie am 10. Juli nach Hause zurückkehrt. Vor allem aber wird sie von Katrin Pischon berichten. Sie und deren sechsjähriger Sohn Karl sind für Chiara wichtige Bezugspersonen. Die drei unternehmen viel. Oft sitzen die Kinder an den Tasten der Orgel, um vierhändig zu spielen. „Mir kommt es oft vor, als sei Chiara meine Tochter. Deswegen wird mir der Abschied im Juli bestimmt ganz schwer fallen“, gesteht Katrin Pischon.

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Erstellt am: 13. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 13. März 2010, 01:35 Uhr
Autor: Von Georg Zielonkowski

Von Georg Zielonkowski

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