08. Februar 2010, 00:00 Uhr

Verheerender Tag für Cottbus: Bombenangriff jährt sich zum 65. Mal

Der Bombenangriff auf die Stadt jährt sich am 15. Februar zum 65. Mal / RUNDSCHAU-Serie Teil 1

Cottbus Es ist bis heute einer der verheerendsten Tage der Geschichte der Stadt Cottbus: die Bombardierung am 15. Februar 1945. Alliierte Flieger griffen den Bahnhof an und verwandelten große Teile der Südstadt in eine Trümmerwüste. Etwa 1000 Menschen starben. Am Montag jährt sich der Tag zum 65. Mal. Die RUNDSCHAU erinnert mit Hilfe der Erkenntnisse von Heimatforscher Heinz Petzold in einer fünfteiligen Serie an die Schrecken der Zeit.

Nur noch eine Ruine: Die Lutherkirche nach den Angriffen vom 15. Februar 1945.Foto: Stadtmuseum Foto: Stadtmuseum
Der Krieg kam im Grunde genommen bereits im Jahr 1933 nach Cottbus. Im Frühling wurde die Partei NSDAP dort zur stärksten Partei in der Stadtverordnetenversanmmlung gewählt. Wenige Jahre später, am 9. November 1938, brannte neben rund 1400 Synagogen in Deutschland auch die Cottbuser Synagoge. Es war der Beginn millionenfacher Morde an unschuldigen Menschen in deutschem Namen.

 

Am 2./3. September 1939 hieß es im „Völkischen Beobachter“: „Der Führer verkündet den Kampf für des Reiches Recht und Sicherheit.“ Heimatforscher Heinz Petzold berichtet: Die Post brachte täglich neue Einberufungsbescheide, die Ortspolizeibehörde musterte die aufgefahrenen Kraftfahrzeuge, Motorengeräusche füllten den Cottbuser Himmel aus. Die Zahl der Verwundeten stieg, und schon bald druckte der „Cottbuser Anzeiger“ erste Traueranzeigen.

Da sich der Mangel an Rohstoffen zunehmend verschärfte, stellten Maschinenbau- und Textilbetriebe auf „kriegswichtige Produktion“ um. Und als in der Nacht zum 25. Oktober 1940 für Cottbus die erste Luftwarnung zum Fliegeralarm überging, war die bis dahin als luftangriffssicher geltende Stadt zum nächtlichen Operationsgebiet britischer Fernaufklärer geworden.

In den Jahren 1942/1943 nahmen die nächtlichen Luftalarme zu. In Cottbus hatte sich die Zahl der Geschädigten durch Bombenangriffe auf nunmehr 5000 erhöht. Heinz Petzold: „Es setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Luftwaffe den eigenen Luftraum nicht mehr ausreichend sichern konnte.“
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Erstellt am: 08. Februar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 17. Januar 2012, 17:03 Uhr
Autor: Von Ulrike Worlitz

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