Treffen zu 150 Jahre Cottbuser Zuchthaus
Cottbus Ehemalige Häftlinge haben zum 150-jährigen Bestehen des einstigen Cottbuser Zuchthauses die Anstalt besichtigt. Die Gäste, vor allem ehemalige politische Gefangene, nahmen an Führungen durch den leerstehenden Gebäudekomplex des ehemaligen „Königlichen Central-Gefängnisses“ in der Bautzener Straße teil.
In der DDR waren in den 1980er Jahren etwa 80 Prozent der Gefängnisinsassen politische Häftlinge. Die SED konzentrierte dort ihre Gegner, darunter Schriftsteller, Musiker, Schauspieler, Ärzte, Wissenschaftler und Pfarrer. Über ihr Schicksal informiert eine Ausstellung. Das Gefängnisgelände gehört seit mehr als zwei Jahren bis auf einen kleinen Bereich außerhalb der Mauer einem Privatmann. Er wollte die Gebäude ursprünglich zu einer Jugendherberge umbauen, ist aber offenbar von den Plänen abgerückt.
Der Cottbuser Verein Menschenrechtszentrum errichtet derzeit in einem früheren Gefängnisgebäude außerhalb des Privatgeländes eine Dokumentations- und Bildungsstätte über die NS-Diktatur und das DDR-Unrechtsregime. Als nächstes sollen dort die Ausstellung und die Bildungsangebote für Schüler erweitert werden, kündigte der Vereinsvorsitzende und Brandenburger CDU-Generalsekretär Dieter Dombrowski an. Der Verein sei zudem mit dem Eigentümer der Anlage im Gespräch, um das Innengelände mit den Gebäuden zu erwerben. Dombrowski war in den 70er Jahren wegen versuchter Republikflucht im Cottbuser Gefängnis eingesperrt, bevor ihn die Bundesrepublik freikaufte.
Nachdem die politischen Häftlinge mit dem Zusammenbruch der DDR Ende 1989 frei kamen, beherbergte das Gefängnis in der Cottbuser Innenstadt nur noch Straftäter. Die marode Anstalt wurde 2002 geschlossen und durch einen Neubau am östlichen Stadtrand ersetzt.




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