Tram-Zukunft: Eierwurf im Cottbuser Stadtparlament
Cottbus Eklat bei der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung zur Zukunft der Straßenbahn: Nachdem die Mehrheit der Abgeordneten am Mittwoch für eine abgespeckte Tram-Variante gestimmt hatte, wurde aus den Zuschauerreihen ein rohes Ei in Richtung des Präsidiums geworfen. Der mutmaßliche Werfer soll der Sammler von Unterschriften für den Straßenbahn-Erhalt sein.
Oberbürgermeister Frank Szymanski bezeichnete das Konzept „als klares Signal für die Straßenbahn in Cottbus“. Gegenüber dem Landesministerium könne die Stadt damit ihre Bemühungen um die Reduzierung der Feinstaubbelastung nachweisen.
Kritik am Beschluss äußerten hingegen Vertreter der Fraktionen CDU/FDP/Frauenliste sowie AUB. „Es sind noch zu viele Detailfragen offen“, erklärte Torsten Kaps (AUB). Der Ersatz der Straßenbahn durch den Busverkehr stehe im klaren Widerspruch zu den beabsichtigten Zielen der Feinstaubreduzierung und Lärmminderung in der Stadt, betonte Wolfgang Bialas (CDU). Zugleich kündigte er an, ein Bürgerbegehren einzuleiten. Dafür seien rund 8500 Unterschriften erforderlich. Gelinge es innerhalb einer festgelegten Frist diese Zahl der Unterschriften zu erhalten, sei der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung hinfällig und eine erneute Diskussion und Abstimmung erforderlich. Er sei optimistisch, die erforderlichen Unterschriften zu erhalten, so Bialas.
Vor der Sitzung der Stadtverordneten hatten rund 100 Cottbuser auf dem Altmarkt für den Erhalt der Straßenbahn demonstriert.
Erstellt am: 24. Juni 2009, 19:06 Uhr
Geändert am: 25. Juni 2009, 08:58 Uhr
Autor: Von Sven Hering/dpa

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