Sorgenkind Industriedenkmal
Geldgeber gesucht: Investoren-Odyssee im Kraftwerk Plessa
Plessa Seit Monaten kursieren in Plessa (Elbe-Elster) Gerüchte über ein Unternehmen, das in das stillgelegte Kraftwerk Hunderttausende Euro investieren will. Doch auf Nachfragen reagiert der Firmenchef ungehalten.
Das Plessaer Denkmal, in dem derzeit Führungen und Partys veranstaltet werden, ist eines der ältesten erhaltenen Braunkohlekraftwerke Europas. Seit 2001 sind in den Bau sechs Millionen Euro geflossen. Der Großteil waren Gelder aus Fördertöpfen der Europäischen Gemeinschaft und des Landes Brandenburg.
Seit dem Ende der IBA hat die Betreiberin, die gemeinnützige Kraftwerk Plessa gGmbH, mit Geldsorgen zu kämpfen. Denn allein die Stromkosten belaufen sich laut Förderverein auf 120 000 Euro im Jahr. In Absprache mit dem Landkreis Elbe-Elster, der Gemeinde Plessa und dem Förderverein soll daher nach einem Investor gesucht werden, der Geld in das Kraftwerk steckt.
Geht es nach Kraftwerks-Chef Hans-Joachim Schubert, soll in Plessa einmal ein moderner Energiepark entstehen. „Wir wollen hier vor allem die erneuerbaren Energien nutzen“, sagt er. Nach einer rbb-Reportage über Plessa habe 2009 eine Regas GmbH aus Berlin an seine Tür geklopft. Deren Plan: Holzverbrennung zur Energieversorgung. Allerdings wurde über die Verhandlungen Stillschweigen vereinbart. Seitdem kursieren in dem kleinen Ort Gerüchte.
Gesprächsversuche scheitern
Nach ersten RUNDSCHAU-Recherchen Anfang vergangenen Jahres beim Amtsgericht Cottbus gibt es jedoch Zweifel, dass Betreiber, Landkreis, Kommune und Förderverein mit einem ernst zu nehmenden Bewerber so lange schon im Gespräch sind. Nach Auskunft des Amtsgerichts Cottbus gab es nie eine in der Lausitz angemeldete Regas GmbH. Ein Unternehmen mit selbem Namen in Berlin wurde bereits 2007 aufgelöst.
Ein Gesprächsversuch mit dem Geschäftsführer dieser aufgelösten GmbH, Heinz-Dieter Jäckel, scheiterte vor einem halben Jahr. Das Projekt wollte er nicht kommentieren und auf Nachfragen reagierte er ungehalten. Dann war von Jäckel in Plessa längere Zeit nicht viel zu hören.
Seit ein paar Wochen verhandelt der Berliner nun offenbar erneut mit Landkreis, Kommune, Betreiber und Förderverein. In einem Schreiben kündigte der Unternehmer kürzlich an, dass es gelungen sei, „einen Energiekonzern mit ins Boot zu holen“. Um welchen Energiekonzern es sich dabei handelt, ließ er offen. Der Wirtschaftsdezernent des Landkreises Elbe-Elster, Eberhard Stroisch, bestätigte die erneuten Gespräche. Außerdem habe der Landkreis den möglichen Investor überprüft. Wie das geschah, ließ Stroisch offen.
Mittlerweile heißt der potenzielle Investor laut Brief nicht mehr Regas, sondern Heinz-Dieter Jäckel GmbH, eine Handels- und Vertriebsgesellschaft mit Sitz in Berlin. Die Registernummer führt zu einer Firma im Berliner Stadtteil Lankwitz. Unter der im Handelsregister veröffentlichten Telefonnummer der Firma meldet sich ein Konservenglashersteller. Zu erreichen, aber nach wie vor nicht gesprächig ist Jäckel unter einer anderen Telefonnummer. Statt Antworten zu seinem Projekt in Plessa hagelt es Beschimpfungen. Dann legt er auf.
Weiterer Investor mit Interesse
Inzwischen hat offenbar ein zweiter Investor an die Türen des Kraftwerkes geklopft. Juwi Solar plant die Errichtung mehrerer Fotovoltaikanlagen auf dem Gelände des Industriedenkmals. Das Unternehmen aus dem rheinland-pfälzischen Wörrstadt hat einen Jahresumsatz von 800 Millionen Euro und hat mit 53 Megawatt das bisher größte Sonnenstrom-Kraftwerk in der Region auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose (Spree-Neiße) errichtet. Vom Mitbewerber aus Berlin habe das Energie-Unternehmen bisher noch nichts gehört, so ein Unternehmenssprecher.
Zum Thema:
Die Internationale Bauausstellung „Fürst-Pückler-Land“ hat den Wandel vom Braunkohlerevier zum Lausitzer Seenland zehn Jahre lang begleitet. Von 2000 bis 2010 sind im Rahmen der Bauausstellung 30 Projekte verwirklicht worden. Dazu zählen unter anderen das Besucherbergwerk F 60 in Lichterfeld, das Erlebniskraftwerk Plessa und die Biotürme Lauchhammer.
Die Internationale Bauausstellung „Fürst-Pückler-Land“ hat den Wandel vom Braunkohlerevier zum Lausitzer Seenland zehn Jahre lang begleitet. Von 2000 bis 2010 sind im Rahmen der Bauausstellung 30 Projekte verwirklicht worden. Dazu zählen unter anderen das Besucherbergwerk F 60 in Lichterfeld, das Erlebniskraftwerk Plessa und die Biotürme Lauchhammer.

Jüngste Kommentare (2)
Endlich mal Schluss mit Solar
von AusderGegend
Was sollen die vielen Solarparks in der Region?
Die Netze sind komplett marode und fliegen bald auseinander, Polen hat an der Grenze die Netze für unseren Ökostrom schon geschlossen, weil zu viel produziert wird... zu dem ist es eine fatale Förderung (aktuell garantiert werden 20 Jahre), Leute verteilen jetzt Solarparks in ganz BRB, die dann nach 20 Jahren verrotten (solange lohnt sich die Instandhaltung - weil garantierte Einspeisevergütung)...
Zudem werden wichtige Industrie- und Gewerbeflächen damit vollgepflastert und so unbrauchbar gemacht...
und das schlimmste: die Betreiber zahlen maximal eine Grundstückspacht an die Gemeinden!!! Steuern werden beim Unternehmenssitz (typischerweise im Westen oder im Ausland) bezahlt. Außerdem werden keine dt. Solarpanels verbaut sondern welche aus China (ich sag nur Insolvenz von Q-Cells) und Arbeitsplätze? ...denkt mal nach wieviele Leute es wohl in einem Solarpark braucht...
Entscheidungsträger müssen das endlich einsehen!
Gibts etwa wieder jede menge fördermittel?
von Exilsachse
Gibts etwa wieder jede menge millionen zuholen genannt: FÖRDERMITTEL!!!!!!!!!!!!