März, laden sie alle Interessierten zu einem Pflege- und Gesundheitstag auf den Uni-Campus ein. „Obwohl das Thema Pflege viele Menschen betrifft, wird kaum darüber gesprochen. Oft machen die Betroffenen die Sache mit sich selbst aus. Sie wursteln sich durch und gehen dabei an, und nicht selten auch über die Grenzen ihrer eigenen Kraft“, sagt Heike Bartholomäus. Sie ist Projektkoordinatorin familiengerechte Universität an der BTU und weiß aus Erfahrung, dass nicht nur die ältere Generation mit dem Thema Pflege konfrontiert ist. „Es gibt viele Studierende, die Familienmitglieder oder auch Kommilitonen pflegen. Aber nur die Wenigsten holen sich Unterstützung und machen Gebrauch von den Angeboten, die ihnen den Alltag erleichtern könnten“, sagt sie.

An diesem Punkt will der Pflege- und Gesundheitstag ansetzen. Das Zentrale Hörsaalgebäude soll zur Informationsbörse werden. Das Cottbuser Frauenzentrum hat im Rahmen seines Projekts „Paula“ („Pflegen, arbeiten und Lebensqualität absichern“) bereits viele Kontakte zu Institutionen und Beratungsstellen geknüpft, bei denen Betroffene Hilfe bekommen. Viele von ihnen sind der Einladung von Frauenzentrum und BTU zum Pflege- und Gesundheitstag gefolgt, darunter mehrere Krankenkassen, der Gerontopsychiatrische Verbund, der Pflegestützpunkt Cottbus oder die Regionale Kontaktstelle für Selbsthilfe. In Vorträgen erfahren die Besucher Wissenswertes zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflegeaufgaben, insbesondere zum Umgang mit Stress und zum Herzinfarktrisiko. Außerdem werden sie darüber informiert, wer hilft, wenn ein plötzlicher Pflegefall eintritt und welche Leistungen die Pflegeversicherung übernimmt.

„Uns geht es darum, dass die Betroffenen auf den Füßen bleiben. Ein Familienmitglied zu pflegen, wird in unserer Gesellschaft nach wie vor als moralische Pflicht gesehen. Wir wollen die Pflegenden dazu ermutigen, auch ihre eigenen Bedürfnisse nicht aus dem Blick zu verlieren. Denn wer in der Sandwich-Situation zwischen Pflege, Familie, Beruf oder Studium steckt, übersieht mitunter gravierende Risiken. Nicht selten geraten die Gesundheit, die Familie und auch die Ausbildung oder die Erwerbstätigkeit der Pflegenden in Gefahr“, betont Heike Bartholomäus.

Birgit Berlin, die an der BTU das Gesundheitsmanagement koordiniert, ergänzt: „Es ist wichtig, dass den pflegenden Personen die Aufmerksamkeit für das eigene Befinden nicht verloren geht. Beim Pflege- und Gesundheitstag wird es deshalb verschiedene Mitmach-Angebote geben, bei denen die Besucher selbst ausprobieren können, ob und wie weit sie aus ihrem Gleichgewicht geraten sind. Außerdem gibt es viele hilfreiche Anregungen zur Stressbewältigung“, kündigt sie an.

Pflege- und Gesundheitstag, Mittwoch, 14. März, 10 bis 14 Uhr, Zentrales Hörsaalgebäude der BTU.