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In einer Pressemitteilung vom Sonntagnachmittag (8. August 2010) warnen das Landesumweltamt und die Cottbuser Feuerwehr vor einem drohenden drastischen Anstieg des Pegels der Spree. Besonders gefährdet ist unter anderem der Bereich an der Kutzeburger Mühle. (Aufnahme vom 8. August 2010, ca. 19 Uhr) Foto: Mario Behnke Foto: M. Behnke (DC)
Am Sonntagnachmittag gab es die erste Warnung: Landesumweltamt und die Cottbuser Feuerwehr teilten mit, dass das Hochwasser im Südosten Brandenburgs auch Cottbus erreichen wird. Über das Ausmaß des Hochwassers könnten, so die Experten, allerdings erst sehr kurzfristig verlässliche Aussagen getroffen werden.

Trotzdem rechnete man bereits mit einem dramatischen Verlauf. Es sei nicht auszuschließen, dass die Hochwassermarke den Pegel der letzten großen Flut aus dem Jahr 1981 erreicht und möglicherweise noch übersteigen wird. Die Bürger der Stadt Cottbus wurden gebeten, aufmerksam die Hinweise in den Medien zu verfolgen. Nicht sicher waren sich die Experten zunächst darüber, wann die Flutwelle das Stadtgebiet erreichen wird. Nach einer ersten Einschätzung wurde bereits in der Nacht zum Montag mit dem Scheitelpunkt des Hochwassers gerechnet.

Der Zustand der Hochwasserschutzanlagen in Cottbus erfordere stark erhöhte Aufmerksamkeit, Deichbrüche könnten bei starker Belastung nicht ausgeschlossen werden, hieß es aus dem Krisenstab. Einrichtungen, die sich in der Nähe der Hochwasserschutzanlagen befinden, müssten mit Vernässung und schlimmstenfalls auch mit Überschwemmungen rechnen.

Bereits am Sonntagnachmittag hatten Stadtverwaltung und Feuerwehr damit begonnen, die Anlieger in den besonders gefährdeten Gebieten (siehe zum Thema) zu informieren. Als Reaktion brachte zum Beispiel eine Schafbesitzerin an der Kutzeburger Mühle ihre Tiere in Sicherheit.Auch die Eigentümer von Unternehmen, die an die Spree grenzen, wurden laut Rathaus-Sprecher Peter Lewandrowski verständigt. In die Arbeit des Krisenstabes sei auch Tierpark-Chef Jens Kämmerling einbezogen worden.

Am Abend gaben die Experten eine „leichte Entwarnung“, so Peter Lewandrowski. Statt mit der höchsten werde nur noch mit der Alarmstufe 3 gerechnet. „Das bedeutet aber trotzdem, dass es in einigen der gefährdeten Gebiete nasse Füße geben kann“, so der Stadtsprecher. Noch am Abend wurde ein Bürgertelefon in der Stadtverwaltung eingerichtet: 0355 612 2755. „Das bleibt so lange besetzt, solange es eine kritische Situation gibt“, so Lewandrowski.

Folgende Stadtgebiete seien nach derzeitigem Erkenntnisstand gefährdet: -Uferstraße 9-10, 14-16, 16a, 17; -Markgrafenmühle 1-3; -Kiekebuscher Weg 14 und 16; -Friedensplatz Gallinchen 8-9, 11a,12-14,14a, 14d; -Kutzeburger Mühle 1-2; -Bungalowsiedlung „Luft- und Waldbad Kiekebusch“; -Bungalowsiedlung Gallinchen „Kutzeburger Weg“; -Kleingartenanlage „Am Spreebogen“; -Kleingartenanlage „An der Buga“