Rotstift bedroht Cottbuser Schulen
Stadt hält Mittel für Investitionen und Ausstattung zurück / Eigenes Budget gefordert
Cottbus Ein großer Teil der für Ausstattung sowie Lehrmittel an Cottbuser Schulen eingeplanten Gelder ist im vergangenen Jahr nicht ausgezahlt worden. Drei Grundschulen und zwei Gymnasien sind komplett leer ausgegangen. Für die nächsten Jahre droht erneut der Rotstift. Schulleiter fordern jetzt ein eigenes Budget.
Eine Bilanz, die bei den Mitgliedern des Cottbuser Bildungsausschusses für Verwunderung sorgt. »Wir haben uns positioniert, dass es der politische Wille ist, nicht bei der Bildung zu sparen«, sagt der SPD-Stadtverordnete Denis Kettlitz. Die Stadtverwaltung missachte diesen Willen, indem nicht alle Gelder freigegeben werden. »Wir haben einen Haushalt, der nicht genehmigt ist, deshalb ist es nicht die Stadtverordnetenversammlung, die sagt, was wir ausgeben können, sondern das Innenministerium«, entgegnet Bildungsdezernent Berndt Weiße (parteilos).
Doch auch die Schulen, die sich aus dem Topf bedienen konnten, hatten es nicht leicht. Der Antrag muss nicht nur hieb- und stichfest formuliert sein. Bevor er bewilligt wird, muss er in der Verwaltung außerdem mehrere Stationen durchlaufen. Bis zu sieben Mitarbeiter sind mitunter im Rathaus eingebunden. Deshalb mehren sich die Stimmen, die ein von den Schulen selbst verantwortetes Budget fordern. »Wer direkt betroffen ist, der kann am besten sagen, wo der Schuh drückt«, sagt Michael Seifert, Schulleiter am Oberstufenzentrum I. »Keine Schule leistet sich Luxus, sondern würde die Beträge sinnvoll einsetzen«, ergänzt Wolfgang Neubert, Leiter der Lausitzer Sportschule. Auch Denis Kettlitz unterstützt diese Initiative. »Ansonsten besteht die Gefahr, dass Eltern künftig nicht mehr nur den Taschenrechner für ihr Kind bezahlen müssen, sondern auch den Stuhl, auf dem es sitzt«, sagt er.

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