Pöbel-Attacken gegen Cottbuser Kontrolleure
Cottbus Wenn die Kontrolleure in Cottbus nach dem gültigen Fahrschein fragen, werden sie angepöbelt, beleidigt und sogar getreten. Die Reaktionen werden immer ruppiger und gereizter, bestätigt Cottbusverkehr-Chef Ulrich Thomsch. Die RUNDSCHAU hat ein Kontroll-Team auf der Tram-Linie 2 begleitet.
Kollege Torsten Hönig kommt hinzu, nachdem er die Fahrgäste im vorderen Wagenteil kontrolliert hat, ebenfalls ohne Auffälligkeiten. Auch er kennt das Problem, wenn sich jüngere Fahrgäste ohne Ticket an den Kontrolleuren aufreiben. „Ich wurde angespuckt, bekam auch schon Tritte vors Schienbein“, so der Kontrolleur, der seit 13 Jahren nach dem gültigen Fahrschein in Bussen und Bahnen in Cottbus fragt. „Die Beleidigungen darf man sich nicht zu Herzen nehmen, denn die Arbeit macht trotzdem Spaß“, ergänzt Hannelore Lehninger, als der Wagenzug den Bahnhof erreicht. Trotzdem bietet die Sicherheitsfirma Securitas, die die Fahrschein-Kontrollen im Auftrag von Cottbusverkehr durchführt, regelmäßige Sicherheitstrainings für die derzeit fünf Kontrolleure an. Dabei wird nach Angaben von Securitas das deeskalierende Verhalten gegenüber angetrunkenen oder aggressiven Jugendlichen und jungen Erwachsenen geübt, die sich speziell in der Clique stark fühlen.
Hintergrund: Schwarzfahrer bei Cottbusverkehr
2000 Schwarzfahrer wurden auf den Bus- und Bahnlinien von Cottbusverkehr im Jahr 2008 erwischt. Laut Geschäftsführer Ulrich Thomsch entsteht dadurch ein jährlicher Schaden von 60 000 Euro.
Derzeit sind laut „Securitas“ fünf Kontrolleure täglich unterwegs. Nach Angaben der Sicherheitsfirma soll in den kommenden Wochen mit aufgestocktem Personal stärker kontrolliert werden.
Wer ohne gültigen Fahrausweis erwischt wird, muss als Strafe ein „erhöhtes Beförderungsentgelt“ von 40 Euro zahlen. Mit einem Strafantrag droht Cottbusverkehr dann mehrfach aufgefallenen Schwarzfahrern.
2000 Schwarzfahrer wurden auf den Bus- und Bahnlinien von Cottbusverkehr im Jahr 2008 erwischt. Laut Geschäftsführer Ulrich Thomsch entsteht dadurch ein jährlicher Schaden von 60 000 Euro.
Derzeit sind laut „Securitas“ fünf Kontrolleure täglich unterwegs. Nach Angaben der Sicherheitsfirma soll in den kommenden Wochen mit aufgestocktem Personal stärker kontrolliert werden.
Wer ohne gültigen Fahrausweis erwischt wird, muss als Strafe ein „erhöhtes Beförderungsentgelt“ von 40 Euro zahlen. Mit einem Strafantrag droht Cottbusverkehr dann mehrfach aufgefallenen Schwarzfahrern.
Später an diesem Vormittag ermitteln die Kontrolleure auf der Rückfahrt von Ströbitz in Richtung Innenstadt eine Frau ohne gültigen Fahrausweis. „Angeblich hat sie ihre Monatskarte vergessen“, so Torsten Hönig. Doch die Frau ohne Fahrschein verhält sich kooperativ. Innerhalb von einer Woche könne sie nun nachweisen, dass sie doch eine Monatskarte habe – sonst seien 40 Euro Strafe fällig, erklären die Kontrolleure. Weil die Frau kein Ausweisdokument dabei hat, muss sie den Bogen zur Selbstauskunft ausfüllen. „Es passiert schon, dass wir Falschangaben bekommen“, sagt Cottbusverkehr-Chef Thomsch. Doch die Handhabe bei Zweifeln sei nicht einfach, schildert Kontrolleurin Hannelore Lehninger. „Wir können zwar die Polizei rufen. Doch es ist schwierig, die Fahrgäste festzuhalten.“
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Erstellt am: 07. Februar 2010, 18:53 Uhr
Geändert am: 07. Februar 2010, 18:54 Uhr
Autor: Von Jan Grundmann

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