11. Oktober 2010, 00:00 Uhr

Oldtimerbus zurück in der alten Lausitzer Heimat

Familie Gunkel rollt mit dem Garant durch die Region

Cottbus Die 20 Kilometer von Burg nach Cottbus waren am Samstag nur ein Katzensprung für Willi und Claudia Gunkel sowie ihren Garant K 30. Die Eichsfelder Oldtimerfreunde wollten mit Günther Budarick aus Burg in Cottbus ein anderes historisches Fahrzeug besichtigen.

Die oldtimerbergeisterten Gunkels, Budaricks und Hannemanns vor dem Garant und dem Fleischerbus. Foto: rur1 Foto: rur1
Busunternehmer Jörg Hannemann hat auf seinem Hof einen Fleischerbus von 1970 stehen. Der deutlich ältere Garant hatte im Jahr 1968 einen neuen Aufbau der gleichen Karosseriefirma erhalten, deren Fahrzeuge als »Mercedes der DDR« galten.

Die ersten Gespräche der Oldtimerfreunde Willy Gunkel und Jörg Hannemann drehten sich natürlich um ihre automobilen Schätze. Während der K 30 der Eichsfelder Familie nur noch selten Touren wie die 330 Kilometer bis zum Spreewald zurücklegen muss, rollte der Fleischer-Bus von Frühjahr bis Herbst oft mit Reisegruppen durch die Region. Beide Oldtimerfreunde schwören auf Originalteile. Willy Gunkel erwägt deshalb, die blaue Ursprungslackierung des vor vielen Jahren dreifarbig gespritzten Fahrzeugs wiederherzustellen. Bei Gerhard Budarick aus Burg, der sich 20 Jahre lang als Fahrer um den Bus gekümmert und ihn auch vor der Verschrottung bewahrt, beschwört diese Vorstellung viele Erinnerungen herauf. »Der blaue Bus kommt, haben die Kinder immer gerufen, wenn ich meine Tochter aus der Krippe mit dem Garant abgeholt habe. Und so haben wir ihn in der Familie auch immer während der vielen Jahre genannt.« Kein Wunder, dass Frau und Tochter den einstigen Fahrer auf der Samstagstour nach Cottbus begleiteten.

Von Fleischer-Bussen, den wiederhergestellten Originalsitzen des Garant und dem Schicksal vieler K 30 ist am Vormittag immer wieder die Rede. Als Bus, Pritschenwagen oder für die Armee Anfang der 50er-Jahre gebaut, wurde sie einige Jahre später oft für Polizei und Feuerwehr umgebaut. »Neben der Ausstattung waren die Dieselmotoren mit ihrer schlechten Leistung ein Schwachpunkt. Deshalb habe ich einen Benzinmotor eingebaut«, erzählt Gerhard Budarick.

Nach Übergabe des Gastgeschenkes und dem Erinnerungsfoto brachen die Gunkels dann mit dem Garant zur Spritztour durch den Spreewald auf.
Extras zum Artikel
Schlagworte zum Artikel:
Artikel Teilen:
Artikel-Aktualisierungen:

Erstellt am: 11. Oktober 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 11. Oktober 2010, 08:17 Uhr
Autor: rur1

rur1

Jüngste Kommentare

Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden
Kommentar hinzufügen

Noch kein Passwort? Hier registrieren