Nonnen und Spinner gefährden Cottbuser Wald
Häufung von Schädlingen bei der Winterboden-Untersuchung im Cottbuser Forst
Der Wald in und um Cottbus steht gut da. Doch die aktuelle Untersuchung des Winterbodens zeigt: Für Frühjahr und Sommer müssen Förster mit starkem Auftreten von Kiefernspinnern und Nonnen rechnen – beides gefürchtete Schädlinge.
„Der Kiefernspinner überwintert im Boden und ist deshalb so gefährlich, weil er schon im Raupenstadium ins Frühjahr startet“, erklärt die Fachfrau. „Die Raupe ist im Frühling bereits drei Zentimeter groß und kann sofort damit beginnen, den Baum zu erklimmen und den Maitrieb der Kiefer abzufressen.“
Genaueres können auch die Cottbuser Förster erst sagen, wenn die Analyse der Winterbodensuche abgeschlossen ist. „Dann wissen wir, wie viele Gegenspieler, als Fraßfeinde der Schädlinge, uns in diesem Jahr bei der Bekämpfung der Kiefernspinner helfen“, so Marion Vater. Sollten die Ergebnisse negativ ausfallen, werden im Frühjahr Leimringen an den Bäumen angebracht und einzelne Kiefern gefällt, um ihren Befall zu klären. Im schlimmsten Fall werden dann per Hubschrauber Pflanzenschutzmittel ausgebracht. „Aber auch ein feuchtes, kaltwindiges Frühjahr könnte uns helfen“, so die Försterin. Dann nämlich würden die Spinner-Raupen einfach weggeweht oder –gespült.
Einem anderen Schädling, der den Wald bedroht, ist nicht so leicht beizukommen. Die Nonne scheint sich für dieses Jahr für einen Großangriff zu rüsten. Für Südbrandenburg hat die aktuelle Situationsanalyse eine hohe Ei-Dichte ergeben. 2005 waren in Brandenburg bei der letzten großen Schadfraß-Welle 14 000 Hektar Wald befallen, für dieses Jahr prognostizieren die Experten Fraßschäden auf etwa 10 000 Hektar. Die Fraßschäden der Nonne werden erst im Juni und Juli sichtbar. „Doch so einen einmaligen Fraß übersteht die Kiefer ganz gut“, weiß Marion Vater. Folgenschwerer sind die Schäden, die ein dritter Baumfeind anrichtet, der diesen Winter gehäuft gefunden wurde. Der blaue Kiefernprachtkäfer greift vor allem vorgeschädigte Bäume an. Drei oder vier Käfer kann der Baum mit Harztropfen bekämpfen, doch bei zehn oder mehr Tieren sieht es schlecht aus“, weiß Marion Vater. Die Larven des Käfers fressen sich durch die Wachstumsschicht der Kiefer und zerstören sie – der Baum stirbt.
Waldbesitzer sollten daher jetzt prüfen, welche Schäden Schnee und Stürme in ihren Forsten angerichtet haben. Rechtzeitiges Aufräumen könne stärkeren Schädlingsbefall eindämmen“, so Marion Vater.
Überhaupt ist sie zuversichtlich, was die Zukunft des Waldes angeht. „Die Natur hilft sich schon selbst“, ist sie überzeugt. Nur zu heiß und zu trocken dürfe der Sommer nicht werden. Darunter würden besonders die Eichen in und um Cottbus leiden. Die trockenen Sommer in den Jahren 2003 und 2006 haben die Laubwälder geschädigt. „Eichen brauchen sehr lange, um sich zu erholen“, so Marion Vater. Die letzten beiden Jahre waren zwar sehr feucht, doch weitere Trockenperioden würden die Eichen nur schwer verkraften.
Zum Thema:
In und um Cottbus gibt es derzeit etwa 14 000 Hektar Wald. Große Teile befinden sich mittlerweile in Privatbesitz, da die Stadt große Waldflächen verkauft hat. Nach Zusammenlegung mehrerer Förstereien ist die Oberförsterei Cottbus jetzt zuständig für die Reviere Cottbus, Jänschwalde, Pinnow, Peitz, Burg und Guben. Der Wald in der Region besteht zu 82 Prozent aus Kiefern. Durch gezielte Aufforstung wird versucht, den Laubbaumanteil zu erhöhen.
In und um Cottbus gibt es derzeit etwa 14 000 Hektar Wald. Große Teile befinden sich mittlerweile in Privatbesitz, da die Stadt große Waldflächen verkauft hat. Nach Zusammenlegung mehrerer Förstereien ist die Oberförsterei Cottbus jetzt zuständig für die Reviere Cottbus, Jänschwalde, Pinnow, Peitz, Burg und Guben. Der Wald in der Region besteht zu 82 Prozent aus Kiefern. Durch gezielte Aufforstung wird versucht, den Laubbaumanteil zu erhöhen.
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Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 22. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 22. Februar 2012, 09:27 Uhr
Autor: Von Andrea Hilscher

Jüngste Kommentare (1)
Darauf gibts in Cottbus nur eine Antwort:
von bendte
Darauf gibts in Cottbus nur eine Antwort: abholzen, abholzen, abholzen.