Mit diesem Programm umgarnt Volksmusik-Star und Gelegenheits-Schauspieler Achim Mentzel aus Gallinchen seine Gäste gern. Er unternimmt eine Kahnfahrt im Spreewald mit ihnen, und hinterher hört er stets: „So was Schönes hatten wir ja schon lange nicht mehr – zwei Stunden absolute Ruhe.“ Auch den Schlagersänger Gerd Christian überzeugte er auf diese Weise von der Schönheit der Lausitz. „Die Kahntour funktioniert immer“, sagt Achim Mentzel.

Der Zauber der Region scheint sich selbst unter weniger prominenten Touristen herumzusprechen. Im Jahr 2010 stieg die Zahl der Besucher, die in Cottbuser Herbergen übernachteten, gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent, wie Sylvia Kappel von der Statistikstelle der Stadtverwaltung mitteilt. Somit zählten die Touristiker insgesamt 130 628 Gäste, die sich im Durchschnitt 1,9 Tage in Cottbus aufhielten. Die Zahl der ausländischen Gäste wuchs sogar um 8,3 Prozent auf einen Anteil von 13 211 Besuchern – die im Durchschnitt 2,3 Tage in der Stadt blieben.

Dabei fällt dem Chef des Sorat-Hotels am Schloßkirchplatz, Frank Ulrich, auf, dass sich vor allem Skandinavier und Niederländer für Cottbus und die Umgebung interessieren. „Diese Touristen kommen meistens wegen der Radwege zu uns“, sagt er. „Sie reizt das flache und malerische Land mit den gutausgebauten Strecken.“

So passt es auch ins Bild, dass die Congress, Messe & Touristik GmbH (CMT) Jahr für Jahr in Dänemark für Cottbus und seine Radwanderwege wirbt. Gabi Grube vom Stadtmarketing- und Tourismusverband Cottbus kündigt unterdessen an: „Wir werden unsere Angebote fürs Fahrrad künftig effektiver als Pakete zusammenpacken, sodass Touristen gleich das Hotel dazu buchen können.“

Davon könnte auch der Branitzer Park profitieren. Selbst wenn in den Anlagen das Radfahren verboten ist, liegen sie doch in unmittelbarer Nähe der Tour zwischen Cottbus und dem Spremberger Stausee. So bemerkt der Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, Gerd Streidt: „Wir begrüßen zunehmend internationale Gäste – auch aus dem Nachbarland Polen.“

Nur selten kommt es vor, dass sich ein Gast während seines Aufenthalts ärgert. Ausgerechnet der Sangesbarde Dieter Bohlen zeigte sich während eines Besuchs in Cottbus im Jahr 1998 verschnupft: Nach einem Konzert mit seinem damaligen musikalischen Partner Thomas Anders verlief er sich im Treppenhaus seines Hotels – und kam entnervt auf dem Wirtschaftshof heraus. Von dort wies ihm schließlich ein Hotelmitarbeiter den richtigen Weg zum Swimmingpool.