Nach dem Abriss nun der Neubau
Genossenschaft registriert steigende Nachfrage nach modernen Wohnungen
Cottbus Einen Mietspiegel, der auch die Lage der Wohnungen berücksichtigt, und mehr finanzielle Unterstützung für neue Vorhaben im Bereich Ostrow. Das sind zwei Wünsche von Arved Hartlich, technischer Vorstand beim Großvermieter eG Wohnen, für das Jahr 2012.
Auf zwei innerstädtischen Filetstücken will die Genossenschaft in den kommenden Jahren diesen Wünschen gerecht werden. So gibt es erste Ideen für die Fläche an der Spree in Nachbarschaft des Steenbeck-Gymnasiums. Auch in Ostrow will sich der Großvermieter engagieren. „Allerdings sind wir uns durchaus bewusst, dass wir nicht auf einen Schlag 200 Wohnungen für eine Kaltmiete von acht Euro loswerden, so blauäugig sind wir nicht“, sagt Hartlich. Deshalb sei die Genossenschaft bei neuen Vorhaben auf die Unterstützung des Landes angewiesen. So könnten die Baukosten gesenkt und die Mieten niedrig gehalten werden.
Einen Mietaufschlag verlangt die Genossenschaft seit kurzem von rund 400 Mitgliedern in der Spremberger Vorstadt. Etwa 25 Euro müssen sie im Monat mehr bezahlen. „Natürlich freut sich niemand darüber, wenn die Miete angehoben wird, doch wir haben in Gesprächen auch Verständnis gespürt“, sagt Arved Hartlich. Für bessere Wohnlagen würden künftig auch in Cottbus höhere Mieten verlangt. Das war bisher nicht zwangsläufig so. Es sei aber schwer zu vermitteln, dass eine modernisierte Wohnung in Sachsendorf genauso viel Miete kostet wie eine gleichwertige Wohnung in der Innenstadt, sagt Hartlich. Deshalb wünscht er sich einen Mietspiegel, der auch die Lagekriterien berücksichtigt. „So etwas gibt es für Cottbus leider noch nicht.“
Ein Thema bereitet der Genossenschaft Kopfzerbrechen. Die eG Wohnen soll rund sieben Millionen Euro an Altanschließerbeiträgen berappen. Das sei eine extreme Belastung, die das Unternehmen in der Entwicklung um Jahre behindere, so Hartlich. Seit 2001 sei ein straffes Sanierungsprogramm absolviert worden, erst seit drei Jahren würden wieder Gewinne erzielt. Sieben Millionen Euro – das sei der Etat für dreieinhalb Jahre für Modernisierungen und Instandhaltungen. „Natürlich werden wir aber auch weiterhin tropfende Wasserhähne oder kaputte Waschbecken reparieren“, sagt Arved Hartlich. Eine Klage gegen die Beiträge sei noch nicht vom Tisch. „Schließlich ist es das Geld unserer Mitglieder, damit müssen wir sehr verantwortungsvoll umgehen“, so Hartlich.

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