09. Februar 2010, 00:00 Uhr

Mobile Schwester für unheilbar kranke Julia aus Cottbus

Ambulante Kinderkrankenpflege bringt Erleichterung im Alltag für das Mädchen und ihre Pflegefamilie

Cottbus Julia aus Cottbus leidet an einer unheilbaren Krankheit. Damit sie in die Kindertagesstätte gehen kann und ihre Pflegeeltern entlastet werden, hilft die ambulante Kinderkrankenpflege der Region der Familie dabei, den Alltag zu bewältigen.

Für Julia Lotz (l.) ist Schwester Katharina Oelfke von der Ambulanten Kinderkrankenpflege der Johanniter täglich mehrmals da. Foto: Jan Grundmann Foto: Jan Grundmann
Hochbetrieb in der Kindergruppe der Familienkita Sachsendorfer Wiesen. Gesunde Kinder und jene mit Förderbedarf spielen hier zusammen. Mittendrin ist Julia Lotz. Das siebenjährige Mädchen sitzt seit seiner Geburt wegen einer „Spina bifida“, einer Rückenmarksschädigung, im Rollstuhl. „Hallo Jule“, begrüßt Pflegedienstleiterin Katharina Oelfke das Mädchen auf ihrer Mittagsrunde. Schon um 10 Uhr war sie hier gewesen. Jetzt ist es kurz nach eins. Julia, die von allen Vertrauten schlicht „Jule“ genannt wird, freut sich über den Besuch. Sie ist dieses Procedere seit ihrer Geburt gewohnt: Alle paar Stunden wird ihr ein Katheter gelegt. Mit ihrer roten Brille, den blonden Haaren und ihrem Kleidchen rollt sie auf die Schwester zu, die „jetzt loslegen“ will. „Aber nur, wenn ich meinen Luftballon mitnehmen kann“, fordert Julia.  Also bläst sie weiter kräftig am grünen Ballon und folgt der Pflegedienstleiterin.

Als sie wiederkommt, erzählt Julia stolz, dass sie in diesem Jahr in die Schule kommt. „Aber ich möchte nachmittags weiter herkommen“, sagt sie mit Vorfreude und Lebensmut.

Dass sie mit ihrer Einschränkung trotzdem in die Kita gehen kann und wohl auch in die Schule, verdankt sie der ambulanten Kinderkrankenpflege des Regionalverbandes Südbrandenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe. „Dieser Dienst ist für uns eine große Erleichterung, sonst müssten wir dreimal am Tag nach Cottbus in die Kita fahren“, sagt Viola Schulz. Die Kolkwitzerin ist seit dem Jahr 2007 Pflegemutter für ihren „Sonnenschein“, wie sie sagt. „Julchen soll ihr Leben doch genießen, so weit, wie es eben geht“, sagt Viola Schulz. „Ihre Lebenserwartung ist nicht so hoch, aber sie soll so viel wie möglich schaffen“, sagt die Pflegemutter.  Sieben Kinder sind derzeit in der ambulanten Obhut der Kinderkrankenpflege in Cottbus und Spree-Neiße – darunter auch ein Frühchen, das zu Hause rund um die Uhr betreut wird. Oder ein an Diabetes leidender Junge, der mit Insulin versorgt werden müsse, erzählt die Pflegedienstleiterin auf dem Weg zur Kita Wirbelwind in Bohsdorf am Felixsee. Hier bekommt der dreijährige Lucas ebenfalls einen Katheter, alle drei Stunden. Seine Mutter Stephanie Groß ist selbstständig. „Ohne die ambulante Kinderkrankenpflege könnte Lucas nicht in die Kita gehen“, sagt die Mutter. „Oder ich müsste die Firma dicht machen.“
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Erstellt am: 09. Februar 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. Februar 2010, 08:59 Uhr
Autor: Von Jan Grundmann

Von Jan Grundmann

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