Mit dem Kotflügel durchs Cottbuser Schrauberparadies
Cottbuser Teile- und Oldtimermarkt verbessert sich in seiner zweiten Auflage / Freier Eintritt für alle Frauen
Cottbus Mehr als 100 Aussteller haben am Sonntag die Messe in ein Mekka für Fahrzeugfreunde verwandelt. Vom blitzenden Oldtimer bis zum rostigen Kleinteil gab es alles, was für die Vorbereitung auf die neue Saison benötigt wird.
Damit das zeitaufwendige Hobby aber zumindest an diesem Sonntag nicht so stark zulasten der Familie ging, hatten Frauen freien Eintritt. Dennoch waren die Männer klar in der Überzahl zwischen den langen Verkaufstischen und den kleinen Freiflächen, auf denen Oldtimerfreunde zwei- und vierrädrige Schätze zeigten. Einige waren sogar zu verkaufen.
Die in größerer Zahl als bei der Premiere im Vorjahr angereisten Händler kamen aus der gesamten Bundesrepublik, aus Polen und aus Finnland. Besonders groß war das Angebot an Teilen und Fahrzeugen aus DDR-Produktion, aber auch rare Stücke für Modelle aus den 20er- und 30er-Jahren wurden offeriert.
Einige Anbieter waren bei der Premiere 2011 als Zuschauer dabei gewesen, um die Veranstaltung und den Besuch zu sondieren. Zu ihnen gehörte Klaus-Dieter Fuchs aus Neuenhagen mit seiner Familie, die sich als „SR-Retter“ präsentierten. „Mit diesen Mopeds, aber auch den K 50, dem Spatz und anderen hatte ich schon zu DDR-Zeiten zu tun. Vielen Jugendlichen konnte ich helfen, dass sie sich mit einem solchen Fahrzeug auf die Mopedfahrerlaubnis vorbereiten und danach herumkurven konnten. Natürlich waren viele Exemplare schneller und sportlicher als vom Hersteller vorgesehen“, erzählte Oldie-Klaus, wie er in der Szene genannt wird.
Der Rentner konnte mit Unterstützung seiner Familie in Neuenhagen den historischen Mopeds treu bleiben. Vieles bis hin zum kompletten Motor wird aufgearbeitet und dem letzten Originalersatzteil nachgespürt. Nach Cottbus war Oldie-Klaus mit einem ganzen Anhänger voller Teile gekommen, nach denen eine rege Nachfrage herrschte. Mehr als einen guten Rat gab es kostenlos dazu.
Neben Schläuchen, Schaltern, Bowdenzügen, Düsen, Dichtungen und Scheinwerfern waren Metallteile gesucht. Egal ob noch verrostet oder schon erneuert, konserviert und frisch gespritzt, viele Besucher kehrten froh mit Kotflügel oder Rad in die heimische Bastlerwerkstatt zurück.
Auch einige Zweiräder vom „Scheunenfund“ bis restauriert und poliert wechselten den Besitzer. Käufer waren nicht nur Senioren, die sich eine Beschäftigung für den Ruhestand suchten. Auch Männer der mittleren Generation schoben nach Rücksprache mit der Familie ein solches Gefährt aus den Hallen.
Zudem erwiesen sich die Besucher des Oldtimer-Teilemarktes als deutlich gesprächsfreudiger als übliche Messegäste. Da wurden die Besitzer historischer Fahrzeuge mit Fragen „gelöchert", es wurde gefachsimpelt, viel gesucht und vor allem immer wieder gefeilscht. Denn Oldtimerteile haben oft einen stattlichen Preis, der förmlich zum Verhandeln zwingt. Mancher Groß- oder Familienvater erklärte dem Nachwuchs auch, wie er auf einem der ausgestellten Modelle einst fahren lernte oder lange bitten musste, um einmal hinten aufsitzen zu dürfen.
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Erstellt am: 06. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 06. Februar 2012, 09:29 Uhr
Autor: Von Ronald Ufer

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