13. Januar 2012, 00:00 Uhr

Mit Cottbus ist zu rechnen

Eigenes Datenzentrum aufgebaut / Stadt will Dienstleister für Südbrandenburg werden

Cottbus Die wichtigen Daten der Cottbuser sind künftig mehrfach gesichert. Mit einem eigenen Rechenzentrum will die Stadt Cottbus den Sprung in das moderne Informationszeitalter vollziehen. Außerdem wappnet sie sich so gegen Katastrophen oder Datenklau und will auch Geld verdienen.

Sabine Schulz (li) und Antje Ratajczak arbeiten im Kommunalen Rechenzentrum. Foto: M. Helbig/mih1 Foto: M. Helbig/mih1
„Was den Datenschutz und die Datensicherheit anbelangt, sind wir als Stadt Anfang der 90er-Jahre stehen geblieben.“ Das sagt der Cottbuser Finanzbürgermeister Holger Kelch (CDU), der gleichzeitig Leiter des neuen Rechenzentrum-Eigenbetriebs ist. Die Ende des Jahres 2010 abgebrannte Webschule nennt Kelch als warnendes Beispiel. Bei dem Feuer wurde der zentrale Computerserver der Polizei für Cottbus und den Spree-Neiße-Kreis zerstört. „So etwas könnte uns auch in der Stadtverwaltung mit den Daten passieren“, ergänzt Kelch. Noch.

Denn gegenwärtig wird mit Hochdruck an den neuen Strukturen gearbeitet. Ein Beispiel: Bisher hat jeder Mitarbeiter der Verwaltung seinen Computer am Schreibtisch stehen. Wird der Rechner zerstört oder gestohlen, sind zumindest die auf der Festplatte gespeicherten Daten futsch. Künftig werden hingegen alle Daten zentral im Rechenzentrum gespeichert. Dieses befindet sich im Gebäude des Technischen Finanzamtes in der Lipezker Straße. Die Mitarbeiter des Rechenzentrums sitzen in der Berliner Straße. Dort laufen künftig zum Beispiel alle Hilfsanfragen aus der Verwaltung zusammen. Die Telekom-Tochter T-Systems ist als Kooperationspartner verpflichtet worden.

Mit der Umstellung der Technik wird die Stadt Cottbus über die modernste Computer-Infrastruktur im Land Brandenburg verfügen, sagt Holger Kelch. Außerdem sei das Cottbuser das einzige kommunale Rechenzentrum im Land.

Die Stadt will ihre Leistungen auch anderen Kommunen und Landkreisen anbieten. Beispiel Standesamt: Geburten, Eheschließungen, Lebenspartnerschaften, Namensänderungen und Sterbefälle werden künftig elektronisch erfasst und registriert. „Wer beispielsweise in eine andere Stadt umzieht und ein Dokument benötigt, der kann es künftig völlig unkompliziert an seinem neuen Wohnort abrufen lassen“, sagt Kelch. Seit dieser Woche sei das Cottbuser Standesamt umgestellt. In der kommenden Woche seien Standesbeamte aus dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis zu Besuch, um sich über das neue System zu informieren.

Auch die Eigenbetriebe der Stadt wie Tierpark oder Grün- und Parkanlagen sollen von der Umstellung profitieren. Sie werden laut Kelch alle einheitliche Software erhalten. Das vereinfache die Abrechnung.

Durch die Umstellung der Computer verspricht sich die Verwaltung auch eine deutlich niedrigere Stromrechnung für das Rathaus. „Bei rund 1000 Arbeitsplätzen kommt da einiges zusammen“, sagt Holger Kelch. 50 000 Euro jährlich will der Werkleiter einsparen – sehr zur Freude des Finanzbürgermeisters.
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Erstellt am: 13. Januar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 13. Januar 2012, 09:15 Uhr
Autor: Von Sven Hering

Von Sven Hering

Jüngste Kommentare (11)

Soviel Unsinn auf einen Haufen

von Dieter_Buddrus

kann man in der LR sehr selten lesen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Übrigens: ist Herrn Kelch eigentlich bekannt, wo und bei wem jahrelang die Daten des Einwohnermneldeamtes lagen und wo die zuhegörigen Backup-Systeme standen?

jaja ganz toll

von ingocb

1. keine Ausschreibung, Direktvergabe an Haus und Hofklüngelpartner vermute ich
2. Warum wird das BTU oder ein nahestehendes anderes RZ nicht mitgenutzt??
3. 50 TE€ Stromkostenersparnis macht etwa 250.000 kWh jährlich.
Ich komme bei 1.000 MA und 220 Arbeitstagen mit täglich 10 stündiger Nutzungsdauer auf 220.000 kWh. Nun noch den Serverraum dazu mit 8.650 h im Jahr und 10 KW mittl. Leistungsaufnahme macht 86.500kWh. Gesamt also rund 310.000 kWh. Davon sollen jetzt 250.000 kWh eingespart werden ??? Bleiben 60.000 kWh für 1000 MA im Jahr und Server. Die Stromkostenersparnis würde ich gern nachvollziehen können, Herr Kelch.

bitte mal ihre Beispieldaten uns allen vorrechnen

von Dieter_Buddrus

Antwort auf folgenden Beitrag von ingocb am 14.01.2012 18:43 Uhr

Und nur als Denkhinweis: bei einem Objekt mit weit weniger PC-Arbeitsplätzen in Cottbus hatten allein die 9 Klimanalagen zur Abführung der IT-Wärme aus den Technikräumen im Jahresdurchschnitt eine Leistungsaufnahme von 30 kW. Und pro PC-Arbeitsplatz kam man dort auf durchschnittlich rund 350 Watt, dabei sind dann auch die Drucker berücksichtigt. Hat der Herr eigentlich eine Vorstellung wieviel Wärme schon im Jahr 2000 die Klimaanlage bei einem Serverpool bestehend aus 16 Stück HP-Server der K-Klasse abzuführen hatte?

30 kW elektrisch

von ingocb

Antwort auf folgenden Beitrag von Dieter_Buddrus am 15.01.2012 17:28 Uhr

zur Wärmeabfuhr macht bei Carnotfaktor 5 150 kW therm. Leistung. Dieses Rechenzentrum bestand demzufolge aus Röhren im Prozessor. nuja, halt auch ein Seniorenmodell.
Und wer mal die Leistungsaufnahme eines PCs im Officemodus gemessen hat, wird 60..110 Watt heraus bekommen.
Die Leistungsaufnahme eines Servers ist im übrigen nicht vom Namen Selbigen abhängig, sondern von der Anzahl und Größe der Prozesse die auf ihm laufen. Und da die Stadtverwaltung meiner Ansicht nicht 365 Tage im Jahr an 24 h arbeitet, sollten auch die Server an 150 Tagen nicht gerade an ihrer Leistungsgrenze arbeiten. Sonst sorgen wahrscheinlich nur die Viren für Performance in der Verlustleistung. viel Spaß noch Herr Dieter bei der Erarbeitung von Denkhinweisen.

Was soll das?

von GaMaCo

Warum wird dieser Artikel zweimal eigestellt, einmal mit Kommentaren der Leser und zum anderen ohne Kommentare:

mit Kommentaren:
http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Mit-Cottbus-ist-zu-rechnen;art1049,3641602

ohne Kommentare:
http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Mit-Cottbus-ist-zu-rechnen;art1049,3643260

Wer ?

von longeasy

Cottbuser Finanzbürgermeister Holger Kelch ? Welcher die Stadt Cottbus in den Konkurs wirtschaftet ( Entschuldigung, eigentlich ja schon hat), brüstet sich wirklich damit 50000 € an Stromkosten sparen zu wollen. Was für eine Leistung! Das ist eine Meldung wert ? Diese Unfähigkeit in Person hat in Cottbus Millionenschulden mit zu verantworten. warum fragt man solche "Experten" überhaupt noch nach irgend etwas ?

Zugriff auf lokalen Datenträger

von Spremberg1

Welcher Admin in einem Unternehmensnetzwerk läßt dem Nutzer Zugriff auf einen Lokalen Ordner ? Dafür gibts genug individuellen Speicher auf Netzwerkpfaden (die gesichert und gespiegelt werden können). Absolut fahrlässig, aber es sind auch bloß die Daten der Bürger dieser Stadt . . .

Stellungnahme

von xyxy

Antwort auf folgenden Beitrag von Spremberg1 am 13.01.2012 13:22 Uhr

Ich denke, es wäre an der Zeit, dass ein kompetenter Vertreter der Stadtverwaltung zu derartigen Vorwürfen Stellung beziehen sollte.

Fakten, nicht Wünsche oder Banalitäten sind gefragt

von GaMaCo

Antwort auf folgenden Beitrag von xyxy am 13.01.2012 17:13 Uhr

Vielleicht kann dieser kompetente Vertreter auch sagen, welche Vorteile dieses Rechenzentrum nachweislich der Stadt bringt in Fragen der IT-Sicherheit, Datensicherheit und Wirtschaftlichkeit?!

Erschreckend

von xyxy

Falls das stimmt, was die LR hier schreibt, ist der Stadtverwaltung tatsächlich absolute Unfähigkeit zu bescheinigen.
Zentrale und notfalls auch lokale Datensicherung ist quasi seit Jahrzehnten absolutes Erfordernis für alle Betriebe und Einrichtungen, ja sogar für privat genutzten PC.

Absolute Kompetenz

von GaMaCo

Antwort auf folgenden Beitrag von xyxy am 13.01.2012 11:42 Uhr

Die LR hat das aufgeschrieben, was der Leiter des Rechenzentrums ihr erzählt hat - ein absolut kompetenter Fachmann.

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