11. März 2010, 18:20 Uhr

Mehr Einwohner: Cottbus wächst langsam wieder

Cottbus Die aktuellen Einwohnerzahlen von Cottbus widersprechen allen schwarzmalerischen Prognosen: Im sechsten Monat in Folge verzeichnet die Stadt einen Zuwachs statt befürchteten Bevölkerungsverlustes. Nach Angaben der Stadtverwaltung lebten am 28. Februar exakt 99 800 Menschen in Cottbus – dies sind 31 mehr als noch im Januar. Eine wichtige Rolle dabei spielen vor allem die Studienanfänger.

Luftaufnahme Cottbus
Luftaufnahme Cottbus Carl-Blechen-Carree, Spremberger Strasse
Die 30-jährige Alice Gläser hat sich für ein Architekturstudium in Cottbus entschieden: „Vorher wohnte ich in Berlin, und die Lausitz war in der Nähe – das fand ich einfach praktisch.“ Sie nutzte das Erstwohnsitzmodell, das den Studenten einen jährlichen Zuschuss von 150 Euro gewährt: „Eine sehr nützliche Sache.“

Wie Alice Gläser ziehen auch andere junge Leute nach Cottbus, was sich in der aktuellen Statistik niederschlägt. Nach Angaben der Stadtverwaltung lebten am 28. Februar exakt 99 800 Menschen in Cottbus – dies sind 31 mehr als noch im Januar. Carsten Konzack vom Bürgerservice urteilt: „Sicher haben die Studenten einen starken Anteil an dieser Entwicklung, und wir hoffen, dass sich der Trend auch künftig fortsetzt.“

Vom Einwohnerzuwachs der Stadt profitieren auch manche Firmen in der Region. So stellt der Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, Roland Kleint, fest: „Bestimmte Produkte verzeichnen nach unserem Eindruck mittlerweile einen stärkeren Absatz – dazu zählen Möbel, Bekleidung und weitere Waren des täglichen Bedarfs.“ Nach Einschätzung der Cottbuser Einzelhandelsverband-Chefin Martina Hildmann dürfte für die Zukunft entscheidend sein, wie sich der Einwohnerzustrom zusammensetzt. „Sind es junge Leute? Menschen mit gesichertem Einkommen? Vermögende Rentner? Falls ja, dann wirkt sich das natürlich auch gut auf das Geschäft vieler Unternehmen aus.“



Luftaufnahme Cottbus
Luftaufnahme Cottbus Carl-Blechen-Carree, Spremberger Strasse, Karl-Liebknecht-Strasse Foto: Michael Helbig
Mit einem konkreten Beispiel für genau diese Zielgruppe kann der Vorsitzende des Bürgervereins Spremberger Vorstadt, Theodor Güldenpfennig, aufwarten. „Eine Bekannte von mir, 58 Jahre alt, hat lange Zeit in Schwaben gelebt und gearbeitet – und jetzt plant sie, gemeinsam mit ihrem Mann zurück in die Heimat zu kommen.“ Vor allem freue er sich darüber, dass sich diese Bekannte für die Spremberger Vorstadt als künftigen Wohnsitz interessiert. „Wir haben ja auch einiges zu bieten“, sagt er. „Der Bahnhof in der Nähe, zwei Straßenbahnlinien, ein Krankenhaus, mehrere vorzügliche Einkaufsmöglichkeiten – das alles macht unseren Stadtteil attraktiv.“

Hintergrund: Cottbuser Statistik
- Von Januar bis Februar 2010 verzeichnete Cottbus 795 Zuzüge, 600 Wegzüge, 136 Geburten, 228 Sterbefälle, zwölf Eheschließungen.
- Zum Vergleich: Von Januar bis Februar 2009 meldete die Stadt 652 Zuzüge, 729 Wegzüge, 133 Geburten, 249 Sterbefälle und 24 Eheschließungen.
- Über den stärksten Zuwachs im Februar 2010 kann sich Ströbitz freuen. Die Einwohnerzahl stieg um 89 Bürger auf 14 123.

Die aktuelle Statistik untermauert seine Worte. Demnach verzeichnet die Spremberger Vorstadt für den Monat Februar einen Zuwachs an 28 Einwohnern, und mit insgesamt 14 217 Bürgern befindet sie sich derzeit auf dem dritten Platz hinter dem stetig schrumpfenden Schmellwitz - 14 388 Einwohner – und dem profitierenden Stadtteil Sandow, in dem 16 063 Menschen leben.

 
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Erstellt am: 11. März 2010, 18:20 Uhr
Geändert am: 11. März 2010, 18:23 Uhr
Autor: Von René Wappler

Von René Wappler

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