07. Februar 2012, 00:00 Uhr

Mammut im Einkaufsmarkt

Neue Ausstellung erzählt von der Eiszeit / Eisläuferin Tanja Szewczenko kommt

Cottbus Ein Mammut-Bulle steht mit seinem Baby unter der Kuppel des Lausitz Parks. Er ist der größte Hingucker der eiszeitlichen Ausstellung, die derzeit im Groß Gaglower Einkaufszentrum zu sehen ist. Gemeinsam mit den Elfenbeinschnitzern machen Wissenschaftler des Archäotechnischen Zentrums Welzow und des Geoparks Muskauer Faltenbogen und das Brandenburger Landesamt für Bergbau Lust auf Erdgeschichte.

Eine Runde um das Mammut dreht Bernhard Röck mit Kindern aus der Lakomy-Grundschule. Foto: Annett Igel
Elfenbeinschnitzer ist ein Ausbildungsberuf. Im Odenwald kann man ihn noch heute lernen, sagt Bernhard Röck, Geschäftsführer der Drechsler- und Elfenbeinschnitzer Innung in Erbach. Seit im Jahr 1989 das Artenschutzabkommen für Elefanten in Kraft trat und kein Elfenbein von Elefanten mehr verarbeitet werden darf, arbeiten die Schnitzer mit fossilem Elfenbein. Und das ist eine Herausforderung. „Elefantenelfenbein ist glatt und weiß, Mammutelfenbein dagegen ist farbig und rissig – ich muss es mir genau anschauen, bevor ich weiß, wie ich es weiterleben lassen kann“, so Röck.

Zur Ausstellungseröffnung am Montag zeigte er Kindern der Lakomy-Grundschule Groß Gaglow die großen Ohren, das dicke Fell, die praktischen Afterklappen und den kräftigen Unterkiefer. Ein Wollnashorn und die Hörner eines Steppenwisents bestaunten die Mädchen und Jungen. Und sie lauschten der Geschichte von der Mammutkuh, die im Moor ertrunken sein muss und in einer Torfschicht bei Klinge gefunden wurde. Die Nachbildung ihres Skeletts steht heute im Spree-Neiße-Kreishaus in Forst. Dr. Manfred Kupetz vom Geopark Muskauer Faltenbogen beschrieb, wie sich das Eiszeiteis vorwärts schob und wie sich schnürsenkelartig die Braunkohle in der Landschaft zeigte. Norbert Marx vom Archäotechnischen Zentrum in Welzow hatte sogar Musikinstrumente und Geschicklichkeitsspiele unserer Vorahnen mitgebracht, die die Kinder begeistert ausprobierten. „Es sind nicht die originalen Funde, sondern das ist alles nachgebaut. Aber so können sie es wirklich in die Hand nehmen und es ausprobieren. Der Faustkeil in einem Buch ist schnell weggeblättert. Wenn ich aber wirklich mit solch einem Werkzeug arbeite, prägt sich das Wissen dazu viel besser ein“, sagt Marx.

Sowohl das Schullandheim Jerischke im Muskauer Faltenbogen als auch das ATZ in Welzow als außerschulische Bildungseinrichtung haben inzwischen viele Schätze angesammelt. Verschiedene Konzepte über Geologie und Ausgrabungen sind entwickelt worden. Schließlich hofft auch Bergdirektor Hans-Georg Thiem vom Landesamt für Bergbau, dass wenigstens ein paar der Kinder mal Geowissenschaften studieren.

Am verkaufsoffenen Sonntag, 12. Januar, sollen die Familien durch die „Fröhliche Eiszeit“ im Lausitz Park ziehen. Die Eiskunstläuferin Tanja Szewczenko kommt und will auf einer Eisfläche unter der Glaskuppel um 15 Uhr Auszüge aus ihrer Show zeigen und ihr Märchenbuch „Kiki Kufenflitzer“ vorstellen. Nach der Show wird das Eis bis 18 Uhr für alle freigegeben.
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Erstellt am: 07. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 07. Februar 2012, 16:37 Uhr
Autor: Annett Igel

Annett Igel

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