09. Februar 2012, 00:00 Uhr

Kolkwitzer machen Stimmung gegen den Wolf

Naturschutzverein holt Wolfsexperten ins Alte Forsthaus

Kolkwitz In der Birkenallee in Kolkwitz soll ein Wolf gesichtet worden sein. Noch hat Steffen Butzeck, Wolfsbeauftragter in Südbrandenburg, nichts von einem Wolfsriss in der Großgemeinde gehört. Aber der Kolkwitzer Naturschutzverein hat ihn für einen Vortrag eingeladen.

Für den Wolf scheint in der 103 Quadratkilometer großen Gemeinde Kolkwitz kein Platz zu sein. Schon im Oktober mutmaßte Hans-Georg Zubiks (CDU), Vorsitzender der Gemeindevertretersitzung, dass die Rückkehr des Wolfes „staatlich nur von einer Handvoll Irrer gewollt wird“. „Die Wölfe werden hier gezüchtet und vermehren sich exorbitant“, erklärte er. Sorgen um die Rehe und Hirsche macht sich der Kackrower Ortsvorsteher Joachim Oertel. Nur die Zahl der Wildschweine nehme zu. „An die traut sich der Wolf nicht ran, so lange er Rehe und Schafe reißen kann“, sagt Oertel. Auch Bürgermeister Fritz Handrow (CDU) zeigte sich nach den „wolfsreißerischen Nachrichten“ aus Sachsen enttäuscht über angeblich wolfssichere Zäune. Deutlich wurden Kolkwitzer auf einem Pappschild, das kürzlich eine Weile am Ortseingang aus Richtung Cottbus stand. Mit Rot war der Wolf auf einem nachempfundenen Ortsausgangsschild dick durchgestrichen.

Steffen Butzeck ist überzeugt, dass die Autobahn den Wolf immer noch aus der Gegend Kolkwitz/Cottbus fernhält. „Wir haben Probleme mit wildernden Hunden. Aber Wolfsrisse sind uns in diesem Bereich nicht bekannt“, sagt Butzeck.

Trotzdem seien schon Fördermittel für Schutzeinrichtungen gegen den Wolf in die Großgemeinde geflossen. „Das zeigt, dass sich mehrere Nutztierhalter kümmern und auf der anderen Seite einige Stimmung machen gegen den Wolf. Und darüber müssen wir sprechen“, sagt Butzeck. So sieht es auch Joachim Pflug vom Naturschutzverein Kolkwitz. „Ein Wolf soll in der Birkenallee gesichtet worden sein. Daraufhin haben wir die Putgolla nach Spuren wie Kot absuchen lassen, aber nichts gefunden“, so Pflug. Doch dass Bürger Angst haben, versteht er. Wie hat sich der Wolfsbestand in den vergangenen 50 Jahren entwickelt? Können die Kolkwitzer im Wald noch ungefährdet Pilze sammeln und reiten? Wie gehen die Nachbarländer mit dem Wolf um? Was kostet der Wolf das Land, die Gemeinde und den Nutztierhalter?

Diese Fragen will Steffen Butzeck am 14. Februar ab 19 Uhr im Alten Forsthaus beim Naturschutzverein beantworten. Alle Interessierten sind eingeladen.
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Erstellt am: 09. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. Februar 2012, 09:28 Uhr
Autor: Von Annett Igel

Von Annett Igel

Jüngste Kommentare (1)

... ab 19 Uhr im Alten Forsthaus ...

von wkonietzny

- wird Herr Butzeck wohl vergebens warten - wer traut sich da bei drohendem Wolf in der Dunkelheit noch hin.

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