Gemeinsames Spiel im Malteserstift „Mutter Teresa“
Cottbus
Sie spielen gemeinsam „Mensch ärgere Dich nicht“ oder Memory. Dabei kommt das eine oder andere Gespräch zaghaft in Gang.
Beim gemeinsamen Spiel kommen sich Alt und Jung im Malteserstift in Schmellwitz näher. Foto: Elsner Foto: Elsner
Schüler der 10. Klassen der Pestalozzi-Förderschule haben am gestrigen Donnerstag einen sehr praxisnahen Unterricht im Malteserstift „Mutter Teresa“ in Schmellwitz erlebt.
„Ich bin das erste Mal in einem Altersheim“, gesteht Frank Roggenhofer (16). Deshalb habe er noch Hemmungen, die alten Leute anzusprechen. Seine Mitschülerin Sylvia Weber (15) zeigt mehr Courage. Beide nehmen eine Menge Erfahrungen mit von der Aktion „Jung trifft Alt beim Spielen“.
Klassenlehrerin Silvia Kusyk freut sich über den „ganz fürsorglichen Umgang mit den alten Leuten“, den sie bei den Schülern beobachtet. Die Begegnung sei für die Schüler wichtig, damit sie Verständnis für die Senioren bekommen. „Sie denken vielleicht daran, auch einmal in diese Situation zu kommen, und sehen, dass und wie sie den alten Leuten helfen können“, sagt die Lehrerin.
Diese Woche steht im Zeichen von Begegnungen zwischen Schülern der Schmellwitzer Förderschule und Senioren aus dem Stadtteil. Den Rahmen dafür bildet das Projekt „Lebensnah lernen“ der Freiwilligenagentur. „Die Schüler lernen das Malteserstift und das Lebensumfeld älterer Menschen im Seniorenheim kennen und erfreuen die Senioren durch ihren Einsatz“, sagt Projektbetreuerin Lisa Grundke. „Unser Ziel ist es, Brücken zu bauen zwischen dem herkömmlichen Lernen, der Wissensvermittlung, und dem Verantwortungslernen in lebensnahen Situationen.“
Während sich am Montag Jung und Alt beim gemeinsamen Singen und einer Theateraufführung trafen, stand am Dienstag Gedächtnistraining auf dem Programm. Am Mittwoch haben Schüler und Senioren gemeinsam Sport getrieben, und am heutigen Freitag ist Töpfern in der Pestalozzi-Förderschule angesagt.
Angela Köster, Leiterin des Malteserstifts, freut sich über den Besuch der jungen Leute in ihrem Haus. „Für unsere Bewohner ist das eine große Bereicherung“, sagt sie. Außerdem halte sie es für wichtig, junge Leute für den Umgang mit älteren Menschen zu sensibilisieren und ihnen zu helfen, deren Lebenslage zu erfassen. Auf jeden Fall solle der Kontakt ausgebaut werden. „Die Jugendlichen sollen auch die Möglichkeit haben, spontan zu uns zu kommen und beispielsweise unseren Bewohnern vorzulesen“, sagt Angela Köster.
Ulrike Elsner
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Erstellt am: 10. Dezember 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 10. Dezember 2010, 02:32 Uhr
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