In Cottbus soll die Erinnerung an DDR-Unrecht wachgehalten werden
Zeitzeugnisse bei Gedenkveranstaltung zum Mauerbau
Cottbus Das Menschenrechtszentrum Cottbus hat am Samstag während der Erinnerungsveranstaltung an den Mauerbau eine Gedenkaktion gestartet. Unter dem Motto „1 Ziegel für 1 Maueropfer“ werden 1600 Steine für an der Innerdeutschen Grenze, in der Ostsee und anderen Orten umgekommene DDR-Flüchtlinge angeboten.
Angesichts der überparteilichen Unterstützung für das Menschenrechtszentrum, die Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) ebenso einschließe wie Dezernent Lothar Nicht (Linke), zeigte sich die Geschäftsführerin optimistisch, dass Kunstwerk und „Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus“ in absehbarer Zeit realisiert werden können.
Zur Veranstaltung waren etwa 50 Zuhörer gekommen, darunter viele ehemalige Cottbuser Häftlinge aus Nordhausen/ Erfurt, Berlin, Görlitz, Meißen und von der Insel Usedom. Nach Lesungen aus Erzählungen von DDR-Häftlingen über Verfolgung, Prozesse, Gefängnisse und die Ausreise in die Bundesrepublik schilderte Gino Kuhn sein Schicksal.
Mit 19 Jahren kam der Maler aus Heidelberg nach Westberlin. Dort fand er eine Wohnung in Kreuzberg mit Blick auf die Mauer und kam in Kontakt mit einer Fluchthelfergruppe. Bei einer Schleuserfahrt wurde Gino Kuhn durch Verrat mit drei DDR-Flüchtlingen im Kofferraum verhaftet. Er saß in Cottbus in Untersuchungshaft, erlitt Hungerarrest und Dunkelhaft und wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. „Meine Erlebnisse haben damals kaum jemanden im Westen interessiert. Auch dort muss heute mehr für die Aufarbeitung der Geschichte und ihre Weitergabe an die Jugend getan werden“, konstatierte der Maler.
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Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 15. August 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 15. August 2011, 03:30 Uhr
Autor: rur1

Jüngste Kommentare (1)
Woher kommt die Zahl 1.600?
von mattiscb
ich kann gerade nur eine seriöse Zahl von 872 finden. Schlimm genug. Aber wessen Namen stehen dann auf den Steinen?