06. Februar 2012, 00:00 Uhr

Hände tanzen wie Rumpelstilzchen

Dörte Hentschel erzählt den Cottbusern im Fango Märchen

Cottbus „Es war einmal ...“ ist aller Märchen Anfang. Daran änderte sich auch nichts, als Dörte Hentschel in der Galerie Fango beschwörend die Hände hob. Dem Publikum war jetzt klar: Eine besondere Geschichten-Stunde beginnt.

Bis sieben zählt die Erzählerin Dörte Hentschel – und die Sieben ist eine märchenhafte Zahl. Foto: Ulrich Littko/bwh1 Foto: Ulrich Littko/bwh1
Die Cottbuserin, die inzwischen in Berlin ihr Zuhause gefunden hat, machte es dabei spannend. Noch ahnte niemand, welches Märchen vorgetragen wird. „Meist entscheide ich erst kurz vor Beginn, welche Geschichte ich erzählen werde“, erläutert Dörte Hentschel. „Das kommt auf das Publikum an, auf die räumlichen Gegebenheiten und natürlich auch auf mich selbst.“

Schon immer waren es Märchen, Sagen und Mythen, die ihr Interesse geweckt haben. „Als Kind wollte ich Schriftstellerin werden“, sagt sie. Ihr Studium nannte sich „Theater und Medien“ und machte sie zur Theaterpädagogin. Das Geschichtenerzählen blieb Leidenschaft und Lust. „Als Geschichtenerzähler ist man Dramaturg und Regisseur gleichermaßen, Schauspieler und Rhapsode in einem. Das reizt mich, auch wenn es manchmal richtig anstrengend und erschöpfend ist.“ Dörte Hentschel ist in Kindergärten und Schulen, in Klubs und auf Kleinkunstbühnen unterwegs. Sie gehört zum Projekt „ErzählZeit“, in dem professionelle Erzähler aus verschiedenen Ländern internationale Märchen als Bildungsprojekt anbieten und besonders dort auftreten, wo Kinder unterschiedlicher Nationalitäten gemeinsam lernen und leben. Das Geschichtenerzählen ergänze den Lehrplan, wenn es professionell erfolgt.

Dörte Hentschel erzählt ganz ohne Manuskript, untermalt mit Handbewegungen, Geräuschen und ihrer Mimik den Fortgang der Geschichte und zieht dabei geschickt das Publikum in den Bann. Endlich ruft das Rumpelstilzchen „Ach, wie gut, dass niemand weiß ...“. Die Zuhörer haben das Grimmsche Märchen längst erkannt und freuen sich auf das nächste „Es war einmal ...“, wieder mit Dörte Hentschel.

Der Verein Kulturforum Cottbus wurde im Jahr 2002 mit Galerie und Atelier Fango gegründet. Regelmäßig finden hier Ausstellungen, Konzerte, Veranstaltungen und Workshops statt. Die Vereinsräume in der Amalienstraße 10 in Cottbus bieten Barbetrieb und Gelegenheiten für entspannte Talk-Events. Am Sonntag, 12. Februar, lädt der Verein ab 15 Uhr zum Tag des offenen Fango ein
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Erstellt am: 06. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 06. Februar 2012, 09:42 Uhr
Autor: Ulrich Littko/bwh1

Ulrich Littko/bwh1

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