15. März 2010, 00:00 Uhr

Großer Leichtsinn auf den Straßen rund um Cottbus

Unfälle fordern im Jahr 2009 in Cottbus und Spree-Neiße vier Menschenleben

Cottbus Alle zehn Stunden wird in Cottbus und Spree-Neiße ein Mensch bei einem Verkehrsunfall verletzt. Pro Tag sind im vergangenen Jahr 21 Unfälle gezählt worden, informiert Olaf Fischer, der Leiter des Polizeischutzbereiches. Damit sei nach zehnjähriger rückläufiger Tendenz wieder ein leichter Anstieg verzeichnet worden.

Immer wieder muss die Feuerwehr nach Verkehrsunfällen mit schwerem Gerät eingreifen. Foto: LRA Foto: LRA
Das Leid auf den Straßen in Cottbus und Spree-Neiße hat sich laut Polizeistatistik seit dem Jahr 2000 fast halbiert. In den vergangenen drei Jahren verunglückten laut Bettina Groß, der Leiterin der Führungsstelle des Schutzbereiches, zusammen weniger Menschen tödlich als im gesamten Jahr 2000. Baulich deutlich verbesserte Straßen und ein hoher Standard bei den passiven Sicherheitseinrichtungen der Fahrzeuge nennt Groß als Hauptursachen dieser positiven Entwicklung. Denn die Kontrollen der Polizei belegen, dass die Verkehrsteilnehmer nicht weniger leichtsinnig geworden sind.

Die Todesbilanz der Straße

Vier Menschen verloren im Jahr 2009 in Cottbus und Spree-Neiße im Straßenverkehr ihr Leben.

3. April 2009: In Burg wird ein 27-jähriger Beifahrer getötet, als der unter Alkoholeinfluß (1,56 Promille) stehende Fahrer von der Ringchausssee im Kurort von der Fahrbahn abkommt und gegen einen Baum prallt.

27.  April 2009: In Cottbus betritt ein Fußgänger trotz Ampelrot die Fahrbahn an der Kreuzung Karl-Liebknecht-/Lessingstraße. Er wird von einem Fahrzeug erfasst und tödlich verletzt.

2. Oktober 2009: In Forst stößt ein Mann in der Berliner-/Sorauer Straße mit einem Fahrzeug zusammen, als er bei Dunkelheit plötzlich die Fahrbahn überquert. Das Unfallopfer erliegt seinen Verletzungen.

11. April 2009: Auf der Landstraße 472 von Groß Döbbern nach Auras wird ein Kradfahrer aus einer Kurve getragen. Er prallt gegen einen Baum. Der Mann verstirbt.

„Die Anzahl der Verkehrsunfälle in Folge überhöhter und damit nicht angepasster Geschwindigkeit ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen“, sagt Bettina Groß. Als Ursache nennt die Chefin der Führungsstelle mehr witterungsbedingte Unfälle zum Jahresstart auf winterlichen Straßen.

Viele Alkohol-Fahrer

Mit Tempo-Kontrollen werde die Polizei versuchen, Rasern weiter Einhalt zu gebieten.  Bei Verkehrskontrollen sind im Jahr 2009 mehr als 59 000 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden. 755 der angehaltenen Fahrzeugführer standen unter Alkoholeinfluss, davon wiederum 293 mit mehr als 1,6 Promille.

Nach wie vor ist das Nichtgewähren der Vorfahrt im Schutzbereich Cottbus/Spree-Neiße die Unfallursache Nummer 1 bei Kollisionen mit Verletzten – konkret bei jedem fünften Unfall. Allein an Ampeln seien einschließlich von Fehlverhalten am Grünpfeil im vergangenen Jahr 5497 Rot-Sünder festgestellt worden, berichtet Bettina Groß.
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Erstellt am: 15. März 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 15. März 2010, 07:43 Uhr
Autor: Von Kathleen Weser

Von Kathleen Weser

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