Fräulein Schmidt hat's getan
Erstmals schlüpfen Spornschildkröten im Cottbuser Tierpark
Cottbus Vier Jahre hat Herr Lehmann gebraucht. Jetzt hat es endlich mit Fräulein Schmidt geklappt. Die Spornschildkröten haben den ersten Nachwuchs. Das ist auch für den Cottbuser Tierpark eine Premiere.
Im Cottbuser Tierpark gibt es ein bisschen mehr Luxus. Die Pflegerinnen Yvonne Weigelt und Heike Jandke haben immer ein Auge auf die Reptilien. Sie bemerkten auch rechtzeitig, als Fräulein Schmidt im Spätsommer in der Freianlage zu buddeln anfing. Ein sicheres Zeichen, dass sich Nachwuchs ankündigt. Am 29. September war es soweit. Das Weibchen legte zehn Eier. Die wurden sofort eingesammelt und in einen Brutkasten gelegt.
Dort herrschen ideale Bedingungen: Temperaturen zwischen 26 und 31 Grad Celsius und eine Luftfeuchte von 60 bis 90 Prozent. Wie bei einigen anderen Reptilien bestimmt auch bei den Schildkröten die Temperatur im Gelege über das Geschlecht der Jungen. „Das haben wir auch versucht zu regulieren“, verrät der Direktor, relativiert allerdings im selben Atemzug: „Aber das sind Tiere und keine Maschinen, wo man für ein bestimmtes Ergebnis nur ein Knöpfchen drehen muss.“
Mädels sind mehr gefragt, schließlich bringen sie den Nachwuchs auf die Welt. Ob das wirklich geklappt hat, wird sich aber erst in geraumer Zeit zeigen. „Da brauchen wir noch ein wenig Geduld“, sagt Kämmerling. Denn noch weisen die handtellergroßen Jungtiere keine geschlechterspezifischen Merkmale auf.
Der Nachwuchs kam zwischen dem 14. und 24. Januar zur Welt. Nur aus zweien der zehn Eier krabbelten keine Schildkröten. Ein Riesenerfolg, denn in der Vergangenheit hatte Fräulein Schmidt schon mehrmals Eier gelegt, die allerdings unbefruchtet waren.
Das Paar ist noch recht jung. Beide sind ein Vierteljahrhundert alt, können es auf 80 bis 100 Jahre bringen. Herr Lehmann kam aus Osnabrück nach Cottbus, Fräulein Schmidt aus dem friesischen Sankt Peter-Ording. Seit 2007 leben sie zusammen.
Spornschildkröten sind die drittgrößten Landschildkröten der Welt. Der Größenunterschied von Nachwuchs und Eltern ist erstaunlich. Der stattliche Herr Lehmann bringt es mittlerweile auf 30 Kilogramm, die Minis gerade mal auf ein paar Gramm. Trotzdem verhalten sie sich schon wie die Großen, zumindest was das Futtern angeht. Sie bekommen Heu, Salat und Gemüse – karge Kost für die Reptilien aus Nordafrika.
Schildkröten wachsen zeitlebens. Das braucht aber seine Zeit. Deshalb wird es wohl nicht so schnell Platzprobleme in der Kinderstube geben. „Die bleiben uns noch ein paar Jahre erhalten“, versichert der Direktor.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 03:30 Uhr
Autor: Von Peggy Kompalla

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