Spreewald Gut 1900 Erntehelfer werden im gesamten Spreewald auch in dieser Saison wieder gebraucht. Rund 750 davon sollen möglichst deutsche Arbeitnehmer sein, rund 1150 sollen aus dem Ausland hinzu kommen.
13.03.2010
Knapp 2000 Erntehelfer werden gebraucht – auch um „Flieger“-Besatzungen für die Gurkenernte zusammenstellen zu können. Archivfoto: Preikschat
Das Problem ist: Für die deutschen Arbeitnehmer lohnt sich die Saisonarbeit deutlich weniger als in den vergangenen Jahren.
Mehrere Hundert Euro weniger im Portemonnaie mache das wegfallende Saisonarbeitergeld aus, rechnet Andreas Schäfer von der Arbeitsagentur vor. „Im Moment haben wir Probleme, genügend Bewerber zu bekommen“, sagt Lars Albrecht, der Leiter der Lübbener Geschäftsstelle. „Unsere Hoffnung ist, dass die Arbeitgeber ein bis zwei Euro Stundenlohn drauflegen. Doch das zeichnet sich nicht ab“
Die Landwirte könnten gar nicht mehr zahlen, betont Thomas Goebel, Vorsitzender des Bauernverbandes Südbrandenburg. Die Gewinnmarge der Agrarprodukte sei im vergangenen Jahr weiter geschrumpft. „Mehr geht einfach nicht“, so Goebel, der für seine Göritzer Agrar GmbH auch auf die Hilfe von rund 80 Erntehelfern in der Gemüseproduktion angewiesen ist. Die Spreewälder Betriebe rechnete zwischen zehn und 50 Prozent Absagen, so Goebel. „Aber die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch größer“, mutmaßt er. Das werde sich erst zeigen, wenn die Saison losgegangen ist. Doch solche Überraschungen würde die Arbeit der Spreewälder Bauern blockieren, deshalb beantragen die meisten Landwirte Goebel zufolge bereits jetzt mehr ausländische Erntehelfer. „Denn der Papierkram dauert mindestens zwei Monate“, so der Landwirt. Damit gibt es für die Betriebe mit Beginn der Saison kaum Spielraum, um auf fehlende Erntehelfer zu reagieren.
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