Steigende Erkrankungszahlen durch Infektionen des Magen-Darm-Traktes mit Noroviren sind für die kalte Jahreszeit typisch. Amtsärztin Christiane Glosemeyer sieht in den derzeit gemeldeten Fällen eine „ganz normale Situation“. Allerdings hätten sich die Fälle in einer Cottbuser Schule gehäuft. Dort sind im Verlauf der vergangenen sieben Tage laut Gesundheitsamt „mehr als 50, aber weniger als 100 Schüler“ an einer Norovirus-Infektion erkrankt.

„Gestern ist uns aus der Schule aber nur noch eine Neuerkrankung gemeldet worden“, sagte Christiane Glosemeyer. Die Welle sei im Abklingen, Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen und zusätzliche Toilettenreinigung hätten gegriffen. Auch aus einem Altenpflegeheim und dem Carl-Thiem-Klinikum (CTK) sind dem Cottbuser Gesundheitsamt mehrere Infektionen gemeldet worden.

CTK-Pressesprecherin Annegret Hofmann bestätigt, dass im Klinikum „Noroviren festgestellt wurden“, eine besondere Häufung gebe es jedoch nicht. Die betroffenen Patienten seien isoliert worden.

Durch Laboruntersuchungen haben sich seit Jahresbeginn 73 Cottbuser Verdachtsfälle bestätigt. Im Vorjahr waren es vom 1. Januar bis Ende Februar 20 bestätigte Fälle. Eine größere Erkrankungsrate lasse sich aus diesen Zahlen allerdings nicht ableiten. Christiane Glosemeyer: „Es ist auch möglich, dass nur mehr Proben eingeschickt wurden.“

In Cottbuser Kindertagesstätten gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung keine gehäuften Erkrankungen.

Im Spree-Neiße-Kreis sind seit dem 1. Januar 66 Erkrankungen durch Laborbefunde nachgewiesen worden. Das erklärte Christa Lohan, Sachgebietsleiterin Gesundheitsschutz der Kreisverwaltung. Nach ihren Worten hat neben dem Gubener Krankenhaus und einem Gubener Altenheim das Reha-Zentrum Spreewald in Burg gehäufte Erkrankungen gemeldet.

Insgesamt 127 Patienten seien im Reha-Zentrum innerhalb der vergangenen drei Wochen an Durchfall erkrankt, bestätigte Dr. Wolfram Kamke, Chefarzt Innere Medizin, der RUNDSCHAU. Derzeit gebe es noch acht Kranke, die auf ihren Zimmern bleiben, um andere Patienten vor Ansteckung zu schützen. Im Haus seien umfassende Hygienemaßnahmen umgesetzt worden. Neben der Händedesinfektion am Eingang und am Speisesaal hätten alle Patienten ein Aufklärungsschreiben erhalten. Gemeinschaftstoiletten würden stündlich gereinigt. Auf Gruppentherapien, die eine erhöhte Ansteckungsgefahr bergen, werde verzichtet. Um die Hauptinfektionsquelle zu schließen, sind die Patienten aufgefordert worden, vorerst auf Besucher zu verzichten.