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Cottbus

Der Traum vom großen Gewinn in Cottbus

In loser Folge berichtet der Cottbuser Heimatforscher Heinz Petzold über die Stadtgeschichte. Diesmal hat er sich damit beschäftigt, wie (un)-wahrscheinlich es ist, einen Lotto-Gewinn zu kassieren.

15.03.2010

Die Lotterie, von dem französischen Wort „Lot“ (Los) abgeleitet, wurde im bürgerlichen Zeitalter meist von Waisenknaben gespielt. Sie zogen die Gewinnzahlen aus der sich langsam drehenden, gläsernen Trommel.
Die Wahrscheinlichkeit, einen Lottogewinn „einzukassieren“, ist viel zu gering; denn man müsste mehr als 100 Millionen Euro in rund 140 Millionen Spielscheine anlegen, wie Kenner der Szene errechnet haben. Die Frage nach dem Glück in dieser Art ist jahrhundertealt. Wie hätte sonst Johann Wolfgang Goethe (1749 bis 1832) Mephisto in seinem Faust, erster Teil, sagen lassen können: „Wie glücklich würde sich der Affe schätzen, könnt' er nur auch ins Lotto setzen!“ So lässt sich ein Drittel der Deutschen den Traum vom großen Glück nicht nehmen und „blättert“ dafür jährlich fünf Milliarden Euro für Lotto hin. Damit die Euphorie des Glücksspielens nicht „versackt“, muss auch der Humor herhalten. 

So der Amerikaner Bob Dorigo Jones in seinen „Warnhinweisen“: „Für alle Ordnungsfanatiker druckt Super-Lotto folgende Warnung auf seine Teilnahmescheine: „Nicht bügeln“. Damit erhielt er im US-Bundesstaat Michigan den Sieg des jährlich ausgeschriebenen Wettbewerbes über „Verrückte Aufkleber“. Das Glücksspiel hat die Menschheit unseres Erdballes schon lange erfasst. So sollen 1575 Glücksspiele in Genua, organisiert von der Stadt, stattgefunden haben, aus dem sich bald ein Lotto entwickelte. Als 1779 Herzog Karl Eugen von Württemberg das Zahlenlotto verbot, um seine Untertanen vor der Verarmung zu schützen, hatten unsere Alt-Cottbuser das Zahlenlotto bereits kennengelernt. Am Tag der offiziellen Beendigung des Siebenjährigen Krieges mit dem Frieden von Hubertusburg, dem 5. März 1763, begründete Friedrich II. (der Große) eine königlich-preußische Zahlenlotterie. 

Pate hierbei stand Giovanni Calzabigi, der aus seiner italienischen Heimat das Prinzip nach Berlin brachte und dem Preußenkönig damit die Verbesserung seiner Schulden zusagte. Da nur Bruchteile der Gewinne an die Spieler ausgezahlt werden, begann das Lotto, tatsächlich des Königs Hof zu finanzieren. Bald konnte Friedrich II. sogar sein Sanssouci davon finanzieren. Die Stadtkasse und später die Sparkasse waren künftig die Förderer des Glückspieles. Als um 1790 das Glücksspiel zum staatlichen Geschäft avancierte, hatte es in Cottbus mit der Gründung des „Vereins zur freundlichen Unterhaltung und Erholung“ um 1793 eine Heimstatt gefunden, bis es mit der Revolution von 1848 zum Politikum erhoben und von der Frankfurter Nationalversammlung am 9. Januar 1849 verboten wurde.
 
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