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Cottbus

Cottbuserin auf Jobsuche fühlt sich gegängelt

Cottbus Erstaunt zeigt sich Marion Kilic, 44 Jahre alt, über ein Angebot der Cottbuser Agentur für Arbeit. Zwei Jahre war sie im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum als Pflegeservicekraft beschäftigt gewesen, bevor sie im Januar 2010 ihren Job verlor – doch darüber lässt sie sich keine grauen Haare wachsen.

13.03.2010

„Ich finde schon wieder was“, sagt die selbstbewusste Frau. „Und zwar auf eigene Faust.“ Genau da begann nach ihren Worten jedoch die Auseinandersetzung mit der Agentur für Arbeit: „Ich sollte unbedingt an einem Projekt teilnehmen, das in meinen Augen so sinnlose Angebote wie Styling und Beratung für Bewerbungsgespräche beinhaltet.“ Für Marion Kilic kommt diese Schulung herausgeworfenem Geld gleich: „Lieber wende ich mich direkt an einen privaten Arbeitsvermittler, der mich in einen Job vermittelt.“

Ihr Betreuer bei diesem Arbeitsvermittler, Dirk Rechenberg, kann nur Positives über sie berichten: „Marion Kilic ist selbstständig und zielstrebig – und damit gehört sie zu den Menschen, die trotz kurzfristiger Arbeitslosigkeit oft mit Erfolg vermittelt werden können.“ Dieses Argument hat Marion Kilic auch bei der Agentur für Arbeit vorgebracht – immerhin mit dem Ergebnis, dass ihr Einstieg in das Beratungsprogramm  um einen Monat verlegt wurde. Dennoch wundert sie sich: „Solche Angebote sollten doch je nach Person neu abgewogen werden, denn dem einen helfen sie vielleicht, dem anderen nicht – da ließe sich sicher Geld sparen.“

Dieses Argument ist der Pressesprecherin der Agentur für Arbeit, Bianka Kunze, bekannt. Sie entgegnet: „Es handelt sich bei dem vermittelten Programm um eine ganzheitliche Integrationsleistung. Wir wollen niemanden gängeln, sondern eine Hilfe für die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt anbieten.“

Für die selbstbewusste Kundin des privaten Vermittlers scheint sich das Blatt nun aber auch ohne Zutun der Agentur für Arbeit zum Positiven gewendet zu haben: „Wenn nichts mehr dazwischen kommt, steige ich bereits Ende März in meinen neuen Job ein.“
René Wappler
 
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