Cottbuser gestalten deutschen Expo-Pavillon mit
Cottbus Große Ehre für die Cottbuser Fassadenmaler Thomas Strauss und Markus Hillegaart: Sie fliegen kommende Woche nach Shanghai, um den Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung Expo mitzugestalten. Die beiden übernehmen unter anderem einen Teil der Innengestaltung des Gebäudes. Die Expo in China startet am 1. Mai. Bis Ende Oktober werden rund 70 Millionen Besucher aus der ganzen Welt in Shanghai erwartet.
„Balancity“ heißt der Deutsche Pavillon. Das Kunstwort aus Balance und City, so Hillegaart, bezeichne eine Stadt im Gleichgewicht. Die begehbare dreidimensionale Skulptur der Münchner Architekten Schmidhuber und Kaindl transportiere die Botschaft: „Es ist durchaus erstrebenswert, in einer Stadt zu leben, wenn sie sich in Balance befindet: im Gleichgewicht zwischen Innovation und Tradition, Stadt und Natur.“
Strauss und Hillegaart konzentrieren sich bei der Gestaltung des Restaurants nach eigener Aussage „auf die Symbolkraft der Natur und deren Assoziationen aus Sicht eines Stadtmenschen“. Der Städter idealisiere die Landschaft und mache sie zum Symbol für Schönheit, Reinheit und Vollkommenheit, sagt Markus Hillegaart. Grundidee ihres Konzepts sei es, den Raum mit seinen dominierenden Säulen in eine abstrakte Farb- und Naturlandschaft zu verwandeln.
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„Wir lösen die Landschaft mit einem Strichraster auf“, sagt Markus Hillegaart. Bei der Vorstellung des Konzepts vor drei Wochen in Shanghai sei das Echo großartig gewesen. „Die Techniker sind begeistert, weil es einen technischen Kniff gibt“, sagt der Gestalter. „Die Architekten, weil sie ihre Formensprache wiederfinden und die Grafiker wegen des Anspruchs und der unterchiedlichen Nah- und Fernwirkung.“
Auch für die Farbgebung der netzartigen Außenhaut des Gebäudes zeichnen Strauss & Hillegaart verantwortlich. „Daran reizt vor allem die Ingenieurleistung“, sagt Thomas Strauss. Die Firma sei bekannt für innovative Materialmixe, die ihre Arbeiten in einem Guss erscheinen lassen. Beispiele dafür seien eine Berliner Kinderzahnarztpraxis, der Skoda-Pavillon in der Autostadt Wolfsburg oder das Dr.-Oetker-Museum in Bielefeld.
Dass sie nach dem Abitur nicht studiert haben, sehen beide als positiv. „Wir haben uns frei entwickeln können“, erklärt Thomas Strauss. In den zwölf Jahren ihrer Zusammenarbeit hätten sie nie den Spaß an der Arbeit verloren.
„Wir sind 'ne Schulband“, sagt Markus Hillegaart über das Duo, das seit 1993 am Ludwig-Leichhardt-Gymnasium gemeinsam die Schulbank gedrückt hat. Angefangen habe ihre Zusammenarbeit 1998 mit großen Wandbildern wie der „Schwarzen Jule“, der Darstellung einer Lok in Forst. „Unsere Inspiration holen wir uns aus unserer Arbeit, den Reisen und Meetings“, sagt Markus Hillegaart. So beeinflusse eine Arbeit in Tokyo die nächste in Lübbenau oder Senftenberg.
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Erstellt am: 15. März 2010, 18:30 Uhr
Geändert am: 17. März 2010, 11:39 Uhr
Autor: Von Ulrike Elsner

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