15. März 2010, 18:30 Uhr

Cottbuser gestalten deutschen Expo-Pavillon mit

Cottbus Große Ehre für die Cottbuser Fassadenmaler Thomas Strauss und Markus Hillegaart: Sie fliegen kommende Woche nach Shanghai, um den Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung Expo mitzugestalten. Die beiden übernehmen unter anderem einen Teil der Innengestaltung des Gebäudes. Die Expo in China startet am 1. Mai. Bis Ende Oktober werden rund 70 Millionen Besucher aus der ganzen Welt in Shanghai erwartet.

Expo Pavillion Deutschland
Knapp 40.000 Besucher sollen täglich durch den deutschen Expo Pavillon "Balancity" wandern.
„Für uns zählt immer das Team“, sagt Markus Hillegaart. Das habe das Gestalter-Duo Strauss & Hillegaart erfolgreich gemacht. Jüngste Arbeit der beiden 33-jährigen Cottbuser ist das grafische Konzept für das Restaurant im Deutschen Pavillon auf der Expo 2010 in Shanghai.  

„Balancity“ heißt der Deutsche Pavillon. Das Kunstwort aus Balance und City, so Hillegaart, bezeichne eine Stadt im Gleichgewicht. Die begehbare dreidimensionale Skulptur der Münchner Architekten Schmidhuber und Kaindl transportiere die Botschaft: „Es ist durchaus erstrebenswert, in einer Stadt zu leben, wenn sie sich in Balance befindet: im Gleichgewicht zwischen Innovation und Tradition, Stadt und Natur.“

Strauss und Hillegaart konzentrieren sich bei der Gestaltung des Restaurants nach eigener Aussage „auf die Symbolkraft der Natur und deren Assoziationen aus Sicht eines Stadtmenschen“. Der Städter idealisiere die Landschaft und mache sie zum Symbol für Schönheit, Reinheit und Vollkommenheit, sagt Markus Hillegaart. Grundidee ihres Konzepts sei es, den Raum mit seinen dominierenden Säulen in eine abstrakte Farb- und Naturlandschaft zu verwandeln.
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Expo Pavillion Deutschland
In der "Energiezentrale" können bis zu 600 Gäste gleichzeitig eine riesige Kugel durch Bewegungen und Rufe in Schwingen versetzen.
16 Säulen werden so zu 16 Bäumen, deren Kronen sich jeweils aus dem Namenszug der Hauptstadt eines deutschen Bundeslandes ergeben. Nur von ausgewählten Standorten aus sei das Bild unverzerrt erkennbar, sagt der Gestalter. Wenn der Betrachter diese verlasse, überdehnen sich die Baumkronen und bilden eine Art Schattenspiel, das Assoziationen an einen sonnenbeschienenen Biergarten weckt.

„Wir lösen die Landschaft mit einem Strichraster auf“, sagt Markus Hillegaart. Bei der Vorstellung des Konzepts vor drei Wochen in Shanghai sei das Echo großartig gewesen. „Die Techniker sind begeistert, weil es einen technischen Kniff gibt“, sagt der Gestalter. „Die Architekten, weil sie ihre Formensprache wiederfinden und die Grafiker wegen des Anspruchs und der unterchiedlichen Nah- und Fernwirkung.“

Auch für die Farbgebung der netzartigen Außenhaut des Gebäudes zeichnen Strauss & Hillegaart verantwortlich. „Daran reizt vor allem die Ingenieurleistung“, sagt Thomas Strauss. Die Firma sei bekannt für innovative Materialmixe, die ihre Arbeiten in einem Guss erscheinen lassen. Beispiele dafür seien eine Berliner Kinderzahnarztpraxis, der Skoda-Pavillon in der Autostadt Wolfsburg oder das Dr.-Oetker-Museum in Bielefeld.
 

Die Visionäre Strauß und Hillegaart Foto: privat
Auch Weltausstellungen sind für die Cottbuser kein Neuland. Haben sie doch auf der Expo 2000 den Berthelsmann-Pavillon und auf der Expo 2002 den Pavillon der Zürich-Versicherung gestaltet. Doch der deutsche Pavillon sei schon etwas Besonderes.

Dass sie nach dem Abitur nicht studiert haben, sehen beide als positiv. „Wir haben uns frei entwickeln können“, erklärt Thomas Strauss. In den zwölf Jahren ihrer Zusammenarbeit hätten sie nie den Spaß an der Arbeit verloren.

„Wir sind 'ne Schulband“, sagt Markus Hillegaart über das Duo, das seit 1993 am Ludwig-Leichhardt-Gymnasium gemeinsam die Schulbank gedrückt hat. Angefangen habe ihre Zusammenarbeit 1998 mit großen Wandbildern wie der „Schwarzen Jule“, der Darstellung einer Lok in Forst. „Unsere Inspiration holen wir uns aus unserer Arbeit, den Reisen und Meetings“, sagt Markus Hillegaart. So beeinflusse eine Arbeit in Tokyo die nächste in Lübbenau oder Senftenberg. 
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Erstellt am: 15. März 2010, 18:30 Uhr
Geändert am: 17. März 2010, 11:39 Uhr
Autor: Von Ulrike Elsner

Von Ulrike Elsner

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