Cottbuser Schokostücke in der dritten Dimension
Am Kindercampus der BTU Cottbus wird erklärt, wie aus einer Müslimischung eine mathematische Formel wird
Cottbus Mathe muss nicht langweilig sein. Die kleinen Zuhörer beim Kindercampus der BTU Cottbus staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, was ihr Frühstücksmüsli mit Mathematik zu tun hat.
Er nähert sich ihr mit Hilfe der Kinder von einer anderen Seite – nämlich über die Zusammensetzung des Frühstücksmüslis. Jeder kann seinen optimalen Müslimix ausrechnen. Will er es knuspriger, müssen mehr Cornflakes rein, solle es gesünder werden, mehr Haferflocken. „Wer will Schoko stückchen rein?“, fragt Frank Hagen Lutz in die fast voll besetzten Ränge des Audimaxes und erntet ein schallendes: „Ich!“ und Dutzende in die Höhe gereckte Finger.
Müsli wird dreidimensional
„Und wenn man es in Dimensionen betrachtet, ist jede Zutat eine neue Dimension“, erklärt Dozent Hagen. Am Ende können die Kinder sehen, dass aus ihrem Lieblingsmüsli eine dreidimensionale Form mit mehreren Kanten, Ecken und Flächen geworden ist, ein sogenannter Polyeder. Und die Eulersche Polyederformel zeigt, dass, wenn Ecken und Flächen addiert werden und die Anzahl der Kanten abgezogen wird, es immer die Zahl Zwei ergibt.
Mathe und Fußball
Frank Hagen Lutz zeigt den Kindern verschiedene Modelle dreidimensionaler Formen. Auch einen Fußball hält er in die Luft. Der Fußball ist durch mehrere gleich große Lederstückchen aneinander genäht und erst, wenn Luft reingepumt wird, wird er rund.
Annelie und Maximilian, beide sechs Jahre, zucken mit den Schultern: „Ne, das hab ich nicht so gut verstanden“, sagt Annelie, aber Mathe findet sie toll. Sie rechnet gerne 100 plus 100. Genau wie Maximilian besucht sie den Hort der Astrid-Lindgren-Grundschule in Cottbus. Maximilian rechnet aber nicht so gern.
Frank Hagen Lutz ist der Meinung, dass man jedes Kind für Mathe begeistern kann. „Man muss nur mal von den normalen Standards im Unterricht abweichen und den Kindern Mathe von einer spielerischen Seite näherbringen“, ist der Dozent überzeugt, der an der BTU am Lehrstuhl für Angewandte Mathematik unterrichtet. „Mathe ist schön, das muss man einfach mal so sagen.“ Dass viele Schüler Angst vor Mathe haben, findet er bedauerlich. „Das kann aber viele Gründe haben und im Prinzip schon bei den Eltern anfangen.“ Man könne Kinder schon früh für diese Naturwissenschaft sensibilisieren. Sein Sohn Sebastian, 9, weiß aus seiner Klasse, dass Mitschüler mit dem Fach Probleme haben. Er ist mit Mathematik aufgewachsen, auch die Mutter ist Mathematikerin.
Mathe ist im Trend
Mathe sei jedoch im Trend, sagt sein Vater. In der Wissenschaft sei viel passiert. Es gebe verschiedene Initiativen die Schüler für Mathe begeistern wollen. Und auch durch den Computer sei Mathe präsenter geworden. „Da gibt es Spiele, bei denen die Kinder knobeln und tüfteln können, auch an solchen dreidimensionalen Formen“, beschreibt der Mathedozent. Der Uni-Dozent muss in seinem Berufsalltag jedoch keine Grundschüler für das Fach Mathe begeistern, sondern Ingenieurstudenten.
Zum Thema:
KindercampusDie letzte Vorlesung des Kindercampus in diesem Wintersemester findet am 9. Februar statt. Dann erklärt der Chefredakteur der Lausitzer Rundschau, Johannes M. Fischer, wie die Nachricht in die Welt kommt. Die Vorlesung für Kinder von sechs bis zwölf Jahren findet um 15 und 17.15 Uhr im Audimax 2 der BTU statt und ist kostenlos.
KindercampusDie letzte Vorlesung des Kindercampus in diesem Wintersemester findet am 9. Februar statt. Dann erklärt der Chefredakteur der Lausitzer Rundschau, Johannes M. Fischer, wie die Nachricht in die Welt kommt. Die Vorlesung für Kinder von sechs bis zwölf Jahren findet um 15 und 17.15 Uhr im Audimax 2 der BTU statt und ist kostenlos.

Jüngste Kommentare
Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden