04. Februar 2012, 00:00 Uhr

Cottbuser Friedhöfe sind gerettet

Stadtverwaltung beerdigt Schließungspläne für Madlow und Alt-Schmellwitz

Cottbus Die Stadt wird die Friedhöfe in Madlow und Alt-Schmellwitz nicht schließen. Das hat die Cottbuser Baubeigeordnete Marietta Tzschoppe (SPD) am Donnerstagabend gegenüber der Bürgerinitiative erklärt. Vertreter der Stadtverordnetenfraktionen begrüßten die Entscheidung.

Erst zum Jahreswechsel hatte der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) im RUNDSCHAU-Interview erklärt, dass er die Diskussion zur Schließung von Friedhöfen nicht fortsetzen möchte. Aus der persönlichen Meinung des Stadtoberhauptes ist nun die Linie des Rathauses geworden. „Nach Beratungen innerhalb der Verwaltung und mit dem Arbeitskreis Friedhöfe sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass wir keine Friedhöfe schließen werden“, fasste Marietta Tzschoppe die Ergebnisse zusammen. „Die Diskussion hat damit ein Ende.“

„Wir sind erleichtert“, erklärte Evelin Behrendt von der Madlower Bürgerinitiative. Sie hatte im vergangenen Jahr mehr als Hundert Unterschriften für den Erhalt des Friedhofes in ihrem Stadtteil gesammelt. „Unser Angebot, zur Kostensenkung beizutragen, steht weiterhin, wir wollen mithelfen“, erklärte sie.

Erleichterung – dieses Wort nutzten auch die Vertreter der Stadtverordnetenfraktionen, die der Einladung der Bürgerinitiative gefolgt waren. „Als Stadtverordnete haben wir uns schon in einer miesen Situation befunden“, erklärte Annely Richter (Linke). Auf der einen Seite stünden Emotionen und Friedhofskultur, auf der anderen die Kosten für die Begräbnisstätten und die Feierhallen. Nachdem die Schließung nun vom Tisch sei, müsse es im nächsten Schritt darum gehen, die Gebühren möglichst langfristig wenigstens auf dem jetzigen Niveau einzufrieren, betonte Wolfgang Bialas (CDU). Ähnlich äußerte sich Werner Schaaf (SPD): „Wir werden weiter jedes Jahr über die Gebühren reden müssen“, sagte er. Außerdem regte er an, dass die in den vergangenen Wochen eingegangenen Hilfsangebote von Privatleuten und Vereinen jetzt in konkrete Vereinbarungen umgesetzt werden. „Ich bin zufrieden, dass jetzt wieder Ruhe einkehrt – jetzt ist es wichtig, dass diese Ruhe auch lange Zeit erhalten bleibt“, erklärte Matthias Schulze (FDP). Enttäuscht waren die Vertreter der Schmellwitzer Bürgerinitiative lediglich darüber, dass kein Stadtverordneter der AUB-Fraktion der Einladung ins Feuerwehrgerätehaus gefolgt war.

„Die Bürger müssen künftig zeitiger einbezogen werden, gerade bei neuen Konzepten“. Das forderten sowohl Michael Tietz vom Schmellwitzer Bürgerverein als auch Werner Zach von der Madlower Initiative. Marietta Tzschoppe ermutigte die Anwohner, sich um Sponsorleistungen für die Pflege der Friedhofsflächen oder Investitionen in den Feierhallen zu bemühen. Diese Leistungen würden helfen, die Gebühren niedrig zu halten.
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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 02:41 Uhr
Autor: Von Sven Hering

Von Sven Hering

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