Cottbuser Bahnhof wird am 15. Februar 1945 zum Angriffspunkt
Die Bombenangriff auf Cottbus jährt sich zum 65. Mal / RUNDSCHAU-Serie Teil 3
Cottbus
Es ist bis heute einer der verheerendsten Tage der Geschichte der Stadt Cottbus: die Bombardierung am 15. Februar 1945. Alliierte Flieger griffen den Bahnhof an und verwandelten große Teile der Südstadt in eine Trümmerwüste. Etwa 1000 Menschen starben. Am kommenden Montag jährt sich der Tag zum 65. Mal. Die RUNDSCHAU erinnert mit Hilfe der Kenntnisse von Heimatforscher Heinz Petzold in einer fünfteiligen Serie an die Schrecken der Zeit.
Der „Cottbuser Anzeiger“ vom 10. Februar 1945. Quelle: Stadtmuseum
Der Bahnhof in Cottbus hatte stets eine besondere Bedeutung: Er war Knotenpunkt und ein Umsteigebahnhof für Reisende nach Berlin, Leipzig, Dresden oder Frankfurt (Oder). Auch der Güterumschlag der Textil- und Metallindustrie war hoch. Mit Kriegsbeginn 1939 gewann der Bahnhof eine Bedeutung hinzu: seine strategische Lage als Umschlagplatz nach Schlesien und Ostsachsen. Er wurde daraufhin gesichert. Heinz Petzold schreibt dazu: „Leichte Flak, rings um den Bahnhof und auf dem Dach waren Maschinengewehre postiert, die bei Erscheinen eines Doppeldeckers das Platzpatronenfeuer auf den Angreifer eröffneten.“
Die Weisung des Oberkommandos der Wehrmacht vom 20. April 1941, die allgemeine Rüstungsproduktion zugunsten der ausreichenden „Frontstärke der Luftwaffe“ zu verändern, führte zu einer Entblößung des Cottbuser Bahnhofs durch die Luftabwehr. Das britische Bomberkommando, dem auch die 8. US-Luftflotte beigeordnet war, hatte die Luftherrschaft über Deutschland errungen. Und obwohl der US-Interpretationsbericht „Nr. K 3028“ vom 17. August 1944 den Cottbuser Bahnhof nicht in den Ziellisten des Bomber-Kommandos führte, beobachteten britische Aufklärungsflugzeuge von jetzt an auch in Cottbus alle militärischen Bewegungen.
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