Region
Wer die Wasserwege der Spree auf eigene Faust erkunden möchte, wendet sich am besten an einen der regional zahlreich ansässigen Bootsverleiher. Dort gibt es Kanus oder Kajaks, die Paddelboote, zum Ausleihen.
Eine Paddeltour im Spreewald kann sowohl Erholung als auch sportliche Herausforderung sein. Foto: Suzi Kleemann Foto: Suzi Kleemann
Einer dieser Bootsverleiher ist das Bootshaus Rehnus in Burg/Spreewald. Von hier aus kann man gut gerüstet in die Spree stechen. Die Mitarbeiter des Bootshauses beantworten alle wichtigen Fragen, geben Kartenmaterial und nützliche Hinweise und suchen das geeignete Boot aus.
Der Gast kann zwischen einer einstündigen Spreewald-Tour zum Ausprobieren oder einem Sieben-Tage-Trip mit einer individuell zusammengestellten Route wählen. Was infrage kommt, hängt nicht nur vom Geldbeutel sondern auch von der Kondition in den Armen ab.
„Die Lagunenstadt im Taschenformat: ein Venedig, wie es vor 150 Jahren gewesen sein mag. Man kann nichts Lieblicheres sehen als dieses Lehde, das aus so vielen Inseln besteht, wie es Häuser hat", wusste der Schriftsteller Theodor Fontane 1859 während eines Besuches schon zu berichten und erwähnte das hübsche Dorf in Lübbenau in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Und was vor mehr als 150 Jahren Realität war, hat im Spreewald auch heute noch Gültigkeit.
Der Wasserwald verfügt über ein Wegenetz von 1000 Kilometern Länge, davon ist die Hälfte mit Booten befahrbar. Es geht an alten denkmalgeschützten Häusern und Bauten, an Wiesen, Äckern, und an den Wochenenddomizilen der Hobbyspreewälder vorbei und unter 100 Jahre alten Brücken hindurch. Unterwegs bieten sich eine Vielzahl an Gaststätten mit einladender Terasse zum Rasten an.
Woran der Tourist denken sollte: Paddeln ist besonders bei Familien mit Kindern beliebt. Der zehnjährige Sohnemann darf durchaus schon mal im Kanu oder Kajak die Richtung bestimmen, während Papa und Mama im Sitz dahinter heimlich korrigieren. Der Sechsjährige hingegen wird noch nicht so viel Kraft und Ausdauer besitzen und bekommt deshalb ein Einzelpaddel in die Hand gedrückt, mit dem er so tun kann, als ob . . . Schwimmwesten sind für Kinder in jedem Fall Pflicht, obwohl der Wasserstand im Spreewald selten einen Meter überschreitet, aber sicher ist sicher. Zur Ausrüstung sollten außerdem eine Kopfbedeckung zum Schutz vor Sonne und Regen, Sonnencreme, Mückenspray und ein Regencape bei zu befürchtendem Wetterwechsel gehören. Auch Babys fühlen sich in einem Paddelboot wohl. Dazu nimmt man einfach die Babyschale und stellt sie auf den Boden. Das monotone Hin- und Herschaukeln ist der Bewegung einer Wiege sehr ähnlich und verfehlt nur in seltenen Fällen seine Wirkung. Eine Paddelboot-Tour wird mit einer Dauer von eineinhalb bis zwei Stunden für Kinder völlig ausreichen, es sei denn, sie sind sehr sportlich und verlangen ausdrücklich nach mehr.
Die Regeln: Auf der Spree und im Spreewald gelten die Binnenschifffahrtsgesetze Deutschlands. Wer sich damit nur wenig auskennt, kann jederzeit die Fährmänner der, im wahrsten Sinne des Wortes, entgegenkommenden Kähne befragen. Im Zweifel ist deren Anweisungen Folge zu leisten. Gern geben die Männer Auskunft und tragen so zur Erhaltung der Schönheit und zum Naturschutz im Spreewald bei. Ganz wichtig: Vor dem Tourbeginn sollte man sich die Karte mit den Wasserwegen, die wie ein Stadtplan aussieht, genauestens anschauen. Und: Personenschiffahrt hat immer Vorfahrt! Überall sind Schilder angebracht, die die Richtungen angeben, aber Achtung: Der Bootsverleiher bittet darum, spätestens eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit wieder zurück zu sein. Einfach deshalb, weil es nachts stockduster wird und kein Schild mehr zu erkennen ist. So musste sich schon manch verirrtes Boot suchen lassen. Dass darauf keiner der Bootsverleiher Lust hat, versteht sich von selbst. Rot-weiße Schilder weisen darauf hin, dass die Wege nicht befahren werden dürfen, etwa wegen seltener Tierarten, Sackgasse oder einer Sperrung. Die Pflanzen sollten in Ruhe gelassen und nicht herausgerupft werden. In der Vase sehen sie ja doch nicht so hübsch aus und selten schaffen sie es bis daheim. So stehen etwa der Froschlöffel und die Sumpfdotterblume unter Naturschutz. An den zahlreichen Schleusen stehen immer Mülleimer bereit. Es sollte also nichts ins Wasser geworfen werden.
Übrigens: Wenn ein junges, hübsches Mädchen an einer der mehr als 100 Schleusen und Wehranlagen steht und lächelnd das Hubtor hoch- oder herunterkurbelt, dann gehört auch sie zu den bekannten Schleusenwärtern, die sich hier im Sommer ein paar Euro zum Taschengeld hinzuverdienen. Sie wird um eine kleine Spende bitten, die freiwillig als Dankeschön für die anstrengende Kurbelei gegeben werden kann.
Die Paddler dürfen sich ruhig trauen, die kleine Seitenpiste flussabwärts neben der Schleuse hinunterzurutschen. So werden Staus vermieden und leichter ist es allemal.
Fazit:
Kosten:
Die Preise für die Paddelboote vom Bootshaus Rehnus sind wie folgt gestaffelt: 1-er für 2 Euro/h oder 13 Euro als Tageskarte, 2-er für 3 Euro/h oder 20 Euro als Tageskarte, 3-er für 4 Euro/h oder 25 Euro als Tageskarte, 4-er für 6 Euro/h oder 30 Euro als Tageskarte.
Zeitaufwand:
Die Dauer des Paddelns kann jeder selbst bestimmen. Los geht es bei einer Stunde und endet bei einer Sieben-Tage-Tour.
Kinderfreundlichkeit:
Kinder zwischen 10 bis 12 Jahren können, je nach Kondition, schon selbst ein Paddel in die Hand nehmen. Familien sind willkommen. Schulklassen bekommen nach telefonischer Voranmeldung eine geführte Tour durch den Spreewald und werden in 2-er Kajaks aufgeteilt.
Anfahrt:
Mit dem Bus aus Cottbus, Lübben und Vetschau bis nach Burg. Von dort aus geht es mit der Bimmelbahn bis zum Waldschlößchen. Ein herrlicher Wanderweg führt in etwa sieben bis 10 Minuten zum Bootshaus Rehnus.
Kontakt:
Bootshaus Rehnus, Waldschlößchenstraße 39, 03096 Burg, Tel.: 035603 366, E-Mail: bootshaus-rehnus.de, Internet: www.bootshaus-rehnus.de
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