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Cottbus

350 Angestellte streiken lautstark

Cottbus Mit einem Pfeifkonzert und Trommelrhythmen haben sich am Montag 350 Angestellte des öffentlichen Dienstes an einer Kundgebung auf dem Neumarkt beteiligt. Zu dem Warnstreik hatten die Gewerkschaft verdi und Personalräte aufgerufen.

09.02.2010
Es beteiligten sich unter anderem Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Agentur für Arbeit und der Knappschaft Bahn See (KBS). Das Bürgeramt und die Bibliothek blieben ab 11 Uhr geschlossen, die Kfz-Zulassungsstelle war nur eingeschränkt erreichbar.

Zurzeit laufen in Potsdam die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen, der alte Tarifvertrag war zum 31. Dezember 2009 ausgelaufen. Doch auch in der zweiten Runde legten die Arbeitgeber kein Angebot vor. Achim Meerkamp, Mitglied des verdi-Bundesvorstandes, sprach in Cottbus zu den Streikenden und bezeichnete das Verhalten der öffentlichen Arbeitgeber als „unprofessionell“. Verdis Forderungspaket umfasst ein Volumen von fünf Prozent. Darunter fallen Neuregelungen zur Altersteilzeit, eine „spürbare“ Lohnerhöhung und die Übernahme von Auszubildenden für mindestens zwei Jahre.

„Unsere Bereiche sind viel zu überaltert“, sagte ein Streikender aus der Stadtverwaltung. Der 52-Jährige würde seinen Arbeitsplatz zeitig für den Nachwuchs räumen – doch er fühle sich nicht hinreichend abgesichert. Eine prozentuale Lohnerhöhung halte er trotz verdi-Forderung für ungerecht. „Wir müssen über Grundbeträge sprechen“, sagte er. Sonst profitiere der gut verdienende Teamleiter und nicht der kleine Mann. Eine Mitarbeiterin der KBS unterstützt die geforderte Lohnerhöhung. „Wenn wir eine Erhöhung um einen oder 1,5 Prozent erreichen, können wir zufrieden sein“, sagte sie. Ralf Franke, verdi-Gewerkschaftssekretär in Cottbus, hält eine Erhöhung um drei Prozent für akzeptabel (die RUNDSCHAU berichtete). Franke zeigte sich am Nachmittag enttäuscht über die Teilnehmerzahl der Kundgebung. Gerechnet hatte er mit rund 400. Aufgrund der Kälte seien wohl viele nicht auf den Neumarkt gekommen.
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