„Sorbisch traditionell“ in den Sommer
Handwerklich begabte Künstler aus der Niederlausitz geben in Sonderausstellung Einblicke in Stickerei
Cottbus „Sorbisch traditionell“ heißt es vom heutigen Samstag an in den Sonderausstellungsräumen des Wendischen Museums. Stickerinnen und Sticker aus der Niederlausitz zeigen in der Zeit vom 16. Juli bis zum 28. August ihre filigranen Arbeiten.
Geplant war eine Ausstellung des neuen Lausitzer Looks mit Kreationen von Studenten der Berliner Akademie Mode & Design. Eine Ausstellung des durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes und das Land Brandenburg unterstützten Projekts ist in Cottbus jedoch nicht zustandegekommen.
Modern in Dissen
Über die Gründe sagt Katrin Lohmann vom Regionalmanagement Spree-Neiße-Land: ,,Eine Bedingung für die Finanzierung war die Förderung im ländlichen Raum.'' Deshalb könne die Ausstellung zumindest während der Projektlaufzeit in Cottbus nicht gezeigt werden. Wie der stellvertretende Domowina-Vorsitzende Hans-Peter Petrick erklärt, wird ,,Sorbisch modern'' aber im September im Heimatmuseum Dissen zu sehen sein.
Die Ausstellungeröffnung sei für den 4. September, 15 Uhr, vorgesehen. Der Schauwert von ,,Sorbisch traditionell'' dürfte allerdings genauso groß sein. Gezeigt werden Arbeiten von Stickern, die nach den Worten der Museumskuratorin Martina Noack entweder für den eigenen Bedarf oder im Kundenauftrag tätig sind. Sie nutzen überlieferte Motive oder arbeiten nach eigenen Entwürfen.
Junge Künstler mischen mit
Gerade Trachtenschneiderin Doris Heinze aus Sielow ermutige die Teilnehmer ihrer Stickkurse immer wieder, Motive selbst zu entwerfen. ,,Die Stickerei ist eine der ältesten Handarbeitstechniken, mit der man seit jeher Bekleidung verziert", sagt Martina Noack. Eine besondere Bedeutung habe die Stickerei in der sorbischen Volkstracht und hier vor allem im niedersorbischen Trachtengebiet erhalten. ,,Es sind die Stickerinnen und Sticker, die einen besonderen Beitrag zum Erhalt der niedersorbischen Tracht leisten", so die Kuratorin.
Ihre kreative und oft mühevolle Arbeit solle durch die Ausstellung im Wendischen Museum gewürdigt werden. Dabei handle es sich keineswegs nur um Arbeiten älterer Volkskünstlerinnen. Die jüngste Teilnehmerin ist mit 26 Jahren Kerstin van der Weijde, die in Schmogrow aufgewachsen ist und heute in Almere (Niederlande) lebt. Inge Schorback aus Heinersbrück ist mit 82 Jahren die Älteste.
,,Die Farben werden wieder bunter'', sagt Noack. Während Rockbänder und Tücher in den letzten Jahren häufig weiß waren, sind sie heute in Türkis, Blau und anderen kräftigen Farben gehalten. ,,Das freut mich'', stellt die Kuratorin fest, ,,denn das war auch in der Vergangenheit so.''
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Erstellt am: 16. Juli 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 16. Juli 2011, 03:32 Uhr
Autor: Von Ulrike Elsner

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