17. Juli 2010, 00:00 Uhr

Zeitlose Schönheiten in Lack und Chrom

Oldtimer-Rallye „2000 Kilometer durch Deutschland“ macht Station an der Cottbuser Stadthalle

Cottbus. 45 Oldtimer haben sich Freitag in Potsdam auf zur sechsten Etappe der Rallye „2000 Kilometer durch Deutschland“ gemacht. Die Tour führte quer durch die Lausitz. In Cottbus legten die Fahrer mittags eine Pause ein.

Ein seltenes Motiv in Cottbus: ein Jaguar Mk V DHC von 1950. Die Raritäten auf vier Rädern machten am gestrigen Freitag in Cottbus Station. Die Teilnehmer der Oldtimer-Rallye legten zur Mittagszeit einen Stopp in der Lausitz ein. Fotos: Mario Behnke
Uwe Löfe bekommt leuchtende Augen. Gerade rollen die ersten Oldtimer der Rallye »2000 Kilometer durch Deutschland« auf den Stadthallenvorplatz. Wie viele andere, vorwiegend männliche Schaulustige macht der Cottbuser seine Kamera schussbereit. Immer wenn Oldtimer in Cottbus ausgestellt werden, sei er dabei, erzählt Uwe Löfe. »Es ist der Reiz des Alten«, erklärt er die Faszination, die von den Autoraritäten ausgehen. Besonders angetan hat es ihm am Freitag ein Jaguar, Baujahr 1956. Dunkelgrün ist der makellose Lack, das auf Hochglanz polierte Chrom glänzt in der Sonne. »Einfach zeitlos schön«, schwärmt Löfe. Er selbst habe zu DDR-Zeiten einen F-8 Cabrio gefahren. Doch den habe sein Vater an einen Liebhaber verkauft, erinnert sich der Oldtimerfan wehmütig. Dann rollt ihm ein neues attraktives Motiv vor die Linse seiner Kamera.

Heike Gutmann entsteigt einem weißen Panther Kallista. Den umstehenden Autoliebhabern ist die Begeisterung an den Augen abzulesen. Gemeinsam mit ihrem niederländischen Mitfahrer Ton Stoffelen geht Heike Gutmann die 2000-Kilometer lange Rallyestrecke in dem englischen Sportwagen aus dem Jahr 1982 an, der älter aussieht als er ist. »Entworfen wurde er von einem Jaguar-Konstrukteur, der das Auto, das ganz aus Alu gebaut ist, unter dem Namen Panther auf den Markt gebracht hat«, erklärt die Frau mit Pferdeschwanz und Sonnenbrille bereitwillig. Schnell sei ihr Panther. 180 bis 200 Stundenkilometer schaffe er. Ganz so rasant und reibungslos sei es bei den »2000 Kilometern durch Deutschland« aber nicht vorangegangen. »Wir hatten unterwegs zwar einen Kupplungsschaden, aber das gehört dazu. Ein bisschen Herausforderung und Abenteuer müssen schon sein«, sagt die Rallyeteilnehmerin aus Frankfurt am Main lachend. Auch von der sengenden Sonne, der sie im Cabrio ungeschützt ausgesetzt sind, lassen sich die beiden nicht aufhalten. »Wir haben im Auto 42,7 Grad gemessen. Der wenig isolierte Motor heizt den Wagen zusätzlich auf«, erzählt Heike Gutmann, die ihre Leidenschaft für schöne alte Autos mit Ton Stoffelen teilt. »Insgesamt haben wir zehn Oldtimer, der älteste ist ein Bugatti, Baujahr 1926«, sagt der Niederländer, der die Autobegeisterung geerbt hat. »Meine Wiege stand in der Garage. Mein Vater ist Rennen gefahren und hat mich von Rennstrecke zu Rennstrecke mitgenommen. So bin ich da reingewachsen«, erzählt er.

Die Rallye sei für sie eine schöne Möglichkeit, ihren Wagen auszufahren und vorzuzeigen. Zwar seien die Oldtimer für Alltagsfahrten dann doch zu schade. »Aber Museumsstücke sind sie nicht. Wir wollen sie benutzen«, betont Ton Stoffelen. Dann wird es aber Zeit für das Mittagessen. Am Nachmittag soll es mit Zwischenstopps in Branitz, Luckau und Herzberg bis nach Halle gehen, dem Endpunkt der 300 Kilometer langen Etappe. Am heutigen Samstag liegt der letzte Streckenabschnitt vor den Rallyeteams, die möglichst pannenfrei das Ziel in Hannover erreichen wollen.
Der Panther Kallista von Heike Gutmann und Ton Stoffelen rollt über den Cottbuser Altmarkt.
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Erstellt am: 17. Juli 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 17. Juli 2010, 02:42 Uhr
Autor: Von Nicole Nocon

Von Nicole Nocon

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