Paltrock-Gebäude steht noch bei Jessen / Grundsteinlegung für 2011 geplant
Schönwalde
Der Mühlenverein Schönwalde/Spreewald will eine Paltrockwindmühle kaufen. 2,38 Euro soll das historische Bauwerk kosten.
Diese Paltrockwindmühle, die derzeit in Neuerstadt bei Jessen steht, soll nach Schönwalde im Unterspreewald umgesetzt werden. Der Mühlenverein Schönwalde Spreewald will das Bauwerk sanieren und betreiben. Foto: Privat Foto: Privat
»Diesen symbolischen Preis haben wir mit den derzeitigen Besitzern ausgemacht«, erzählt Roland Gefreiter. Schönwalds Bürgermeister ist der Vorsitzende des Mühlenvereins, der im Juni 2009 gegründet und im Februar dieses Jahres offiziell im Vereinsregister des Amtsgerichts Cottbus eingetragen worden ist. Großes Interesse30 Mitglieder zählt die Gemeinschaft inzwischen. »Das Interesse ist sehr groß«, sagt Gefreiter. »Zahlreiche Handwerker und Gewerbetreibende machen mit.« Mitglied sei auch Unterspreewalds Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU). Ziel des Vereins sei es, die Mühle zu betreiben und dabei die Bürger aktiv einzubeziehen. Standort soll eine kommunale Fläche zwischen dem Obstgarten und dem Rodelberg unmittelbar an der Grundschule werden. »Die Schüler könnten als kleine Mühlenexperten den Aufbau und späteren Betrieb während des Unterrichts begleiten«, sagt der Vorsitzende. Noch steht die Paltrockwindmühle in Neuerstadt bei Jessen in Sachsen-Anhalt. Die zuständigen Denkmalbehörden dieses Bundeslandes müssen laut Gefreiter der Umsetzung der Mühle zustimmen: »Wir haben positive Signale, jedoch noch keinen schriftlichen Bescheid. Deshalb ist die Mühle noch nicht gekauft.« Der Vorsitzende rechnet aber damit, dass die Windmühle noch in diesem Jahr erworben und in einer Scheune in Schönwalde eingelagert wird. Dort soll das Bauwerk in den nächsten zwei bis drei Jahren aufgearbeitet und saniert werden. »Die Dauer der Sanierung hängt von Fördermitteln ab«, erklärt Roland Gefreiter. »Wir prüfen derzeit verschiedene Möglichkeiten.« Kommunales Geld werde nicht eingesetzt, versichert der Bürgermeister. Mit der Firma Notus Energy, die in den vergangen Jahren mehrere Windkraftanlagen in der Gemeinde Schönwald errichtet hat, habe der Mühlenverein einen starken Partner an der Seite, so Gefreiter weiter. »Die Firma hatte die Idee für die Windmühle«, erzählt der Vereinschef. »Sie will uns mit jährlich mehreren Tausend Euro unterstützen.« 15 000 Euro pro JahrRoland Gefreiter rechnet mit etwa 15 000 Euro Kosten pro Jahr für das Betreiben und Unterhalten der Mühle: »Unser Ziel ist es, die Windmühle wirtschaftlich zu betreiben.« Schaumahlen, Führungen und Ausstellungen seien ebenso geplant wie Feste und das Backen von Brot. Auch das Einrichten eines Ladens oder eines Cafés sei denkbar. »Wir wollen die Mühle mit weiteren touristischen Attraktionen der Region vernetzen«, erklärt der Vorsitzende. Er hofft, »mit der Windmühle viele Schaulustige und Mühlenfreunde nach Schönwalde zu locken. Sie sollen den kompletten Mahlvorgang nachvollziehen und beobachten können.« Zudem soll der Wiederaufbau der Mühle auf Schautafeln festgehalten werden. Die Paltrockwindmühle muss in Neuerstadt demontiert, nach Schönwalde transportiert, dort eingelagert und saniert, anschließend am neuen Standort aufgebaut werden. »Notus Energy hat eine Firma beauftragt, die Umsetzung des Bauwerks zu planen«, erzählt Roland Gefreiter. Schönwalde wäre ihm zufolge der dritte Standort für die Paltrockwindmühle: »Wir wissen aus Unterlagen, dass die Mühle 1936/37 von Grimmen in Mecklenburg Vorpommern nach Neuerstadt umgesetzt wurde. Wann das Bauwerk ursprünglich errichtet wurde, wissen wir nicht.« Die Grundsteinlegung für den Aufbau der Windmühle in Schönwalde lässt allerdings noch auf sich warten. Sie soll dem Vereinschef zufolge während des Mühlentags 2011 erfolgen. Er hofft, »dass wir spätestens 2015 den Mühlenbetrieb aufnehmen können«. Andreas Staindl
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Erstellt am: 10. Mai 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 10. Mai 2010, 02:34 Uhr
Autor: Andreas Staindl
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