09. Juni 2011, 00:00 Uhr

Offene Müllerstüren am Pfingstmontag

Lotte und Alfred Weise laden zum 18. Mühlentag nach Luckaitztal ein

Gosda/Zwietow Den Pfingstmontag müssen sich Lotte und Alfred Weise nicht mehr im Kalender notieren. An diesem Tag findet jährlich der Deutsche Mühlentag statt, an dem das Paar aus der Gemeinde Luckaitztal wieder teilnimmt.

„1997 hatten wir das Dach der ehemaligen Bockwindmühle erneuert und im Inneren eine Ausstellung eingerichtet“, erzählt Alfred Weise.

Der Begriff „ehemalige Bockwindmühle“ resultiert aus baulichen Veränderungen im Jahr 1937. Damals wurden die Flügel abgebaut und gegen einen Dieselmotor ersetzt. „Ein Maschinenhäuschen wurde angebaut“, so der 80-jährige Mühlengastgeber. Zudem musste die Mühle nicht mehr zum Wind ausgerichtet werden, sodass sie im unteren Bereich beschwert wurde.

Für Alfred Weise, der 1945 aus Schlesien kommend in Ogrosen eine neue Heimat fand, stand es nie zur Debatte, die Windkraftmaschine verfallen zu lassen oder abzureißen. Mitte der 1950-Jahre verliebte er sich in die Müllerstochter Lotte. Spätestens nach dem Umzug in das Dorf auf der Südseite der Calauer Schweiz, verguckte er sich folglich auch in die 1861 errichtete Bockwindmühle. Hier können auf drei Etagen Mühlen-, Acker- oder Hausgeräte sowie viele historische Kostbarkeit bestaunt werden.

Mit der Bockwindmühle, der Wassermühle in Neudöbern und der Getreidemühle/Sägewerk Merbeth in Kroppen, sind es im Landkreis Oberspreewald-Lausitz nur drei Zeitzeugen frühester Technikgeschichte, die am 18. Deutschen Mühlentag kommenden Montag offiziell bewundert werden können. „So lange es die Gesundheit zulässt, werde ich Führungen anbieten, um Verfahrenstechniken und Gerätschaften zu erklären“, beteuert Weise. Das Verständnis „seiner“ Lotte ist ihm gewiss und die Neugier der Menschen ungebrochen. Besucher aus ganz Deutschland zieht es zur Mühle. Manche werfen begeistert einen kleinen Obolus in die Milchkanne ein. Von dem Geld würden Reparatur-, Reinigungs- oder Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Damit soll die Mühle mit ihren Schätzen auch für nachfolgende Generationen erhalten bleiben.

Auch in Schlepzig und in Straupitz stehen am Pfingstmontag die Mühlenräder nicht still. So wartet an der Schlepziger Mühle ab 11 Uhr die Berliner Jazzpolizei auf Zuhörer. Neben Führungen können zudem Mühlenbrot und andere Spreewaldprodukte gekauft werden. In Straupitz werden die Plinsfrauen erwartet.
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Erstellt am: 09. Juni 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. Juni 2011, 01:37 Uhr
Autor: Uwe Hegewald/uhd1

Uwe Hegewald/uhd1

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