„Mir sind Flügel gewachsen“
Interview mit Reinhard Drogla zum Ironman auf Hawaii
Cottbus Beim härtesten Triathlon der Welt – dem Ironman auf Hawaii – ist der Cottbuser Reinhard Drogla auf Platz 16 in seiner Altersklasse durchs Ziel gelaufen. Zwölf Stunden, 22 Minuten und zehn Sekunden benötigte er für 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den abschließenden Marathonlauf.
Danke. Gleich das erste Teilstück war der Hammer. Das war ein Schwimmen in der Waschmaschine. Je kleiner die Frauen, die man an den roten Badekappen erkannt hat, desto härter deren Schläge. Man muss sich vorstellen, dass 1800 Leute zum Schwimmen ins Wasser rennen und alle schwimmen dann nicht nur nebeneinander, sondern auch übereinander. Schön war es dann, als man etwas Luft hatte, da konnte man sich dann an der Schönheit des Meeres und des Ufers erfreuen.Spätestens beim Schwimmen wussten Sie also, dass man zu Recht vom härtesten Triathlon der Welt redet.
Ja wirklich. Der Ironman stellt alles bisher Erlebte in den Schatten. China war schon schwer, aber das hier war absolut hammerhart. Auch bei der Radstrecke hatte man mehr zu kämpfen, als einem lieb sein konnte. Ein irrer Wind von vorn machte allen den Hinweg zur Tortur. Und als wir uns alle auf den Rückweg mit der Rückenwindunterstützung gefreut hatten, drehte der Wind und wieder mussten alle gegen ihn ankämpfen.War denn wenigstens das Laufen erträglich?
Ja. Das Laufen ging dann in der Tat am Besten. Was auch daran lag, dass man mit jedem Meter dem Ziel ein Stückchen näher kam. Ich war fit genug, um durchzulaufen, Gehpausen musste ich keine einzige nehmen. Als es die letzten zehn Kilometer die berühmte Anhöhe hinaufging, war ich nur noch beseelt vom Gedanken: Du schaffst es - bald siehst du das Zielband. Ein irres Gefühl war das. Auf diesen letzten Kilometern sind mir Flügel gewachsen. Man ist nur noch glücklich, es bald geschafft zu haben.Gab es denn Kontakte zu Konkurrenten?
Vor dem Start ist jeder mit sich selbst beschäftigt. Da spricht niemand, alle granteln und grummeln herum. Selbst die eigene Frau wird da grundlos vollgemotzt. Aber all das ist unbeabsichtigt, es passiert quasi alles im Unterbewusstsein. Nach dem Ziel aber, wenn man seinen Blütenkranz, den Lei, um den Hals hat, da wird man pausenlos angesprochen und bewundert, weil man es geschafft hat, weil man ein Finisher ist. Das wollte ich schaffen. Darauf bin ich wirklich stolz und meiner Frau unendlich dankbar, dass sie mich auf dem Weg bis hierher nach Hawaii so unglaublich unterstützt hat. Mit Reinhard Drogla sprach Georg Zielonkowski ski1
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Erstellt am: 11. Oktober 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 11. Oktober 2010, 03:01 Uhr
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