Spielprinzip

Nur einer kann rechtzeitig entkommen! Jeder Spieler besitzt zu Beginn der Partie eine geheime Hintergrundkarte mit einem Effekt, dieser darf nur einmalig ausgespielt werden.
Falls man im Verlauf des Spieles einer Gang beitritt, bekommt man noch einen zusätzlichen Effekt.
Doch auch Gangmitglieder haben nichts zu verschenken, also hat man die Aufgabe bestimmte Gegenstände für die jeweiligen Clans einzusammeln.
Bei Grab dich frei, ist es das Ziel so schnell wie möglich die sogenannten Tunnelpunkte zu bekommen. Diese variieren je nach Spieleranzahl.
Spieletest: Grab dich frei (Spielaufbau)
Spieletest: Grab dich frei (Spielaufbau)
© Foto: Sebastian Schubert
Jene Tunnelpunkte bekommt man für das Sammeln verschiedener Utensilien, die für das Graben eines Tunnels von Vorteil sind. Die einzelnen Utensilien findet man in den verschiedensten Räumen.
Das Blackgate Gefängnis ist in verschiedene Bereiche unterteilt: den Zellenblock, die Cafeteria, den Hof, die Krankenstation, den Duschraum und die Zelle für die Einzelhaft.
Um sich im Knast bewegen zu können und Aktionskarten sowie Gegenstände zu sammeln, gibt es zwei Arten von Bewegungen. Es gibt vorsichtiges Bewegen, wobei dann weitere Aktionen in dieser Runde aufgebraucht sind. Wer dem Würfelglück eher vertraut, darf mehrere Aktionen ausführen und bewegt sich normal vor. Somit gelangt man aber vielleicht in einen Raum, den man gar nicht betreten wollte.
Spieletest: Grab dich frei. (Charakterkarten)
Spieletest: Grab dich frei. (Charakterkarten)
© Foto: Sebastian Schubert
Auf dem Spielertableau sind die Tunnelpunkte, das Handkartenlimit und die Symbole der einzelnen Aktionen die pro Zug ausgeführt werden dürfen, abgebildet.
Aktionen sind zum Beispiel: durchsuchen, graben, Werkzeuge herstellen, kaufen, verkaufen, erpressen und einer Gang beitreten.
Wenn es zu einer Erpressung kommt, kann der Spieler seinem Gegner die gewünschten Gegenstände aushändigen und kooperieren. Sollte das nicht der Fall sein, kommt es zu einem Kampf.
Dabei wird so lange gekämpft bis ein Sieger feststeht oder ein Spieler aufgibt. Der Verlierer muss dann widerwillig seinen Prügel Marker umdrehen und früher oder später die Krankenstation aufsuchen. Denn wer zu viele Prügel Marker kassiert, wird an einigen Aktionen gehindert.
Hat der erste Spieler die Tunnelpunkte erreicht, gelingt ihm die Flucht und dadurch der Sieg. Das Spiel ist danach sofort beendet.
Spieletest: Grab dich frei. (Spielplan Vorder- und Rückseite)
Spieletest: Grab dich frei. (Spielplan Vorder- und Rückseite)
© Foto: Sebastian Schubert
In der Spielschachtel sind noch zwei zusätzliche Charaktere - Michel und Michelle - beigelegt. Diese sind eine optionale Erweiterung. Gerade für Runden mit wenig Spielern ist dieses Knast-Duo geeignet, da diese wie kleine Roboter fungieren und das Gefängnis noch mehr aufmischen.
Außerdem gibt es noch eine Team Variante (kooperative Variante), welche man nur mit einer geraden Anzahl von Spielern spielen kann.

Fazit

Grab dich frei ist ein klassisches “Haudrauf”-Spiel, wobei es sehr gut thematisiert und umgesetzt wurde. Der französische Verlag Borderline-Edition und Bannan Games aus Belgien haben wirklich viel Liebe und Detail in dieses Spiel gesteckt. Schon alleine die Zigaretten Marker, welche als Währung im Knast gelten, sind thematisch sehr passend. Ich finde es toll, dass man sich zwischen 12 verschiedenen Charakteren entscheiden kann. Dieses Spiel lässt einem die Entscheidung, ob man kooperativ oder Jeder gegen Jeden spielen will. Obwohl natürlich gerade bei dieser Thematik Jeder gegen Jeden am Besten passt.
Denn hier gilt, je mehr Spieler, umso mehr Konkurrenz und Ärger gibt es. Die Box ist sehr kompakt gehalten und wiegt Einiges, was man der Schachtel auf den ersten Blick gar nicht ansehen würde. Aus meiner Sicht gibt es jedoch einen kleinen Kritikpunkt. Das Inlay (Einlage eines Brettspiels) ist etwas spartanisch und mir sind die Trennwände beim Herausnehmen der Karten ab und zu abgefallen. Diese lassen sich jedoch problemlos wieder einfügen. Was unbedingt positiv erwähnt werden muss, ist das grafische Design, die Schachtel sieht schon etwas fies und angsteinflößend aus. Das finde ich gut getroffen.
Auch sonst sehen der Spielplan, die Charaktere und die Karten mit ihren einzelnen Gegenständen sehr passend aus.
Durch die vorhandenen Hintergrundkarten wechseln pro Partie die Charakterfiguren und deren Hintergründe. Das ist eine interessante Lösung. Denn dadurch weiß man nicht, welche Charakterfigur welche Eigenschaft besitzt. Meiner Meinung nach hätten die Hintergründe teilweise noch etwas ausführlicher sein können, damit man sich noch mehr in diesen Charakter hineinversetzen kann. Abschließend kann man sagen, dass der Gefängnisausbruch sehr schön thematisiert wurde und dies zu einem runden Spielgefühl beiträgt. Es kann dabei zu einigen lustigen Forzelein am Brettspieltisch kommen.
Dieser Artikel gehört zu unserer Serie Brettspiel-Test.