Bereits bei der Verpackung merkt man, dieses Spiel ist besonders! Ein stolzes Kampfgewicht von 2,915 kg bringt das Spielmaterial auf die Wage. Aber zu den inneren Werten.
“Rising Sun” spielt in der Zeit des feudalen Japans und greift eine dem Shintoismus entsprungene Mythologie auf. So genannte “Kami”, eine Art Gottheiten, sind aus der Unterwelt zurückgekehrt und ziemlich sauer über die Taten des herrschenden Shoguns. Deshalb rufen sie ihre Clane zusammen und befehlen ihnen Japan zurück zu erobern und zu alter, spiritueller Blüte zu verhelfen.
Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines Clans und versucht diesen zu großer Macht in Form von Siegpunkten zu verhelfen. Um dieses Ziel zu erreichen, gilt es in “Rising Sun” mit politischem Feingefühl vorzugehen.
Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines Clans zur Zeit des feudalen Japans.
Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines Clans zur Zeit des feudalen Japans.
© Foto: Marcus Scheib
Kernelement des Spiels ist eine riesige Karte von Japan, unterteilt in 8 Gebiete. In jeder der gespielten 3 Runden gilt es für die Spieler die Herrschaft in einzelnen Gebieten zu gewinnen. Gebiete, in denen sich mehrere Spieler in die Quere kommen, müssen durch Kriege erobert werden.
Jede der 3 Runden ist in 3 Phasen unterteilt, in denen die Spieler ihr Können unter Beweis stellen müssen.
Die erste Phase ist die sogenannte “Teezeremonie”. In dieser versuchen die Spieler Bündnisse mit ihren Mitspielern zu schließen. Ein Bündnis wird stets zwischen zwei Spielern geschlossen und kann für beide sehr mächtige Vorteile bringen. Doch zu welchem Preis? Denn auf der anderen Seite bedeutet ein Bündnis auch stets sich spielerisch einzuschränken.
Jeder Spieler hat ein halbes "Yin&Yang"-Zeichen in seiner Farbe. In der Teezeremonie versuchen die Spieler Bündnisse zu schließen. Ist ein Bündnis geschlossen, werden die "Yin&Yang"-Zeichen der Spieler zusammen gelegt.
Jeder Spieler hat ein halbes „Yin&Yang“-Zeichen in seiner Farbe. In der Teezeremonie versuchen die Spieler Bündnisse zu schließen. Ist ein Bündnis geschlossen, werden die „Yin&Yang“-Zeichen der Spieler zusammen gelegt.
© Foto: Marcus Scheib
Sind alle Teetassen leer und Bündnisse geschlossen, kommt es zur Politik Phase. Nacheinander spielen die Spieler Aktionskarten. Diese Karten sorgen beispielsweise dafür, dass Spieler neue Figuren auf den Spielplan setzen, gesetzte Figuren bewegen und die Ernte in eroberten Regionen einfahren dürfen. Auch dasKaufen von Jahreszeitkarten vom Markt ist durch diese Aktionen möglich.
Neben der Hauptaktion, die jeder Spieler durchführen darf, hat jede Aktionskarte eine zweite Aktion. Diese darf nur der aktuelle Spieler und sein Bündnispartner ausführen. Ein großer Vorteil des Bündnisses.
Mit den Aktionskarten, werden in der Politikphase Aktionen ausgeführt. Jede Karte hat zwei Aktionen. Die erste Aktion wird von allen Spielern gespielt, die zweite Aktion gilt nur für den aktiven Spieler und seinen Bündnispartner.
Mit den Aktionskarten, werden in der Politikphase Aktionen ausgeführt. Jede Karte hat zwei Aktionen. Die erste Aktion wird von allen Spielern gespielt, die zweite Aktion gilt nur für den aktiven Spieler und seinen Bündnispartner.
© Foto: Marcus Scheib
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit des “Verrats”. Denn nur Spieler mit Bündnispartnern können diese Aktionskarte ausspielen. Der Verrat sorgt für die sofortige Auflösung des Bündnisses. Zudem dürfen zwei beliebige Figuren der Gegner gegen eigene Figuren auf dem Spielfeld getauscht werden. Eine starke Veränderung der Machtverhältnisse. Der Verräter verliert für diese Aktion jedoch Ehre. Und Ehre ist bei sämtlichen Gleichständen in “Rising Sun” eine sehr wichtige Währung.
Nach der Politikphase folgt die Kriegsphase. In jeder Region Japans, in der sich mehr als ein Spieler befindet, kommt es zum Krieg. Anders als bei vergleichbaren Spielen wie Risiko entscheiden bei Rising Sun nicht die Würfel über Sieg und Niederlage, sondern das Biet-Geschick der beteiligten Spieler.
Japan-Spezial: 3 Spiele für Fans des Landes der aufgehenden Sonne
Japan-Spezial: 3 Spiele für Fans des Landes der aufgehenden Sonne
© Foto: Marcus Scheib
Hinter ihren Sichtschirmen haben die Spieler einen Kampfplan mit 3 möglichen Aktionen. Am Kampf beteiligte Clane können nun so viel Geld, wie sie wollen auf die einzelnen Aktionen bieten. Der Spieler im Kampf, der das meiste Geld auf eine Aktion gesetzt hat, darf diese ausführen.
Durch die ausgeführten Kampfaktionen können sich die Machtverhältnisse in einem Gebiet maßgeblich ändern. Der Spieler, mit der meisten Stärke in einer Region, gewinnt den Kampf und das Gebiet. Am Ende einer Runde werden Provinzplättchen an die erfolgreichen Besetzer einer Region verteilt.
Während des Spiels sammeln die Spieler Siegpunkte durch das Ernten und Besetzen von Regionen, das Besuchen von Schreinen und das Erfüllen von erworbenen Jahreszeitkarten.
Japan-Spezial: 3 Spiele für Fans des Landes der aufgehenden Sonne
Japan-Spezial: 3 Spiele für Fans des Landes der aufgehenden Sonne
© Foto: Marcus Scheib
Eine Partie “Rising Sun” ist ein sehr intensives Erlebnis. Denn ähnlich wie bei Spielen wie Risiko geht es hier darum durch Bündnisse, Politik und geschicktes Taktieren zu Gewinnen. Kommunizieren, überzeugen und bluffen sind enorm wichtig. Es gibt nicht die eine Taktik mit der sich “Rising Sun” gewinnen lässt. Während in der einen Partie vielleicht der kriegerischste Spieler gewinnt, holt sich in der nächsten Partie ein diplomatisch geschickter Parzifist den Sieg.
Auch wenn die Regelerklärung seine Zeit in Anspruch nimmt, lässt sich “Rising Sun” sehr gut erklären. Wem “Risiko” zwar Spaß gemacht hat, aber das ständige Würfelglück störte, wird mit “Rising Sun” wunderbare Spielrunden erfahren!
Dieser Artikel ist Teil unserer Serie Brettspiel-Test.