Iran heizt Atomstreit mit Uran-Anreicherung an
Teheran U ngeachtet massiver Kritik seitens der internationalen Gemeinschaft will der Iran ab dem heutigen Dienstag selbst sein Uran auf 20 Prozent anreichern. Teheran habe die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am Montag über diesen Schritt informiert, sagte Irans Vertreter bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh.
09.02.2010
Gleichzeitig zeigte sich Teheran bereit, die Anreicherung zu stoppen, wenn der Westen auf die iranischen Bedingungen eingehe. Der IAEA sei ein entsprechender „offizieller Brief“ übergeben worden, sagte Soltanieh dem staatlichen Fernsehsender El Alam. Der Nachrichtenagentur Irna sagte er, Teheran habe darin die IAEA-Inspektoren in das Werk in Natans eingeladen, wo das Uran angereichert werden soll. So könnten „alle nuklearen Anlagen“ des Iran unter die Kontrolle der Behörde gestellt werden. Der Iran benötigt das angereicherte Uran angeblich für seinen Forschungsreaktor in Teheran. Der Westen verdächtigt den Iran jedoch, unter dem Vorwand eines zivilen Atomprogramms Nuklearwaffen zu entwickeln. Die IAEA schlug dem Iran daher den Kompromiss vor, sein niedrig angereichertes Uran zur weiteren Anreicherung ins Ausland zu schicken. Teheran fordert aber, den Austausch parallel und in Etappen zu vollziehen. Soltanieh sagte Irna, es seien „mehr als acht Monate“ vergangen, seit der Iran bei der IAEA einen Bedarf an Brennstoff angemeldet habe. „Wir konnten einfach nicht länger warten, um für unsere Kranken zu sorgen“, sagte er Irna. Der Reaktor in Teheran soll radioaktive Stoffe für medizinische Zwecke produzieren.Das Werk in Natans liegt rund 200 Kilometer südlich von Teheran und ist die größte Anlage des Landes zur Urananreicherung. Derzeit sind dort etwa 8000 Zentrifugen installiert, 4600 davon sind in Betrieb. Das Gelände ist für 50 000 Zentrifugen ausgerichtet. Die Bundesregierung verurteilte die neuerliche Provokation Teherans. Die „Ankündigungen der iranischen Führung“ zeugten davon, dass der Iran „nicht kooperationsbereit ist“, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin. Unterdessen kündigte Irans Verteidigungsminister Ahmed Wahidi den Bau zweier Produktionslinien von Drohnen an. Ein Armeevertreter sagte Irna zudem, das Land werde „sehr bald“ ein Raketenabwehrsystem produzieren . AFP/roe
AFP/roe
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