13. Juli 2011, 00:00 Uhr

Wenn gute Ideen gutes Geld bringen

BTU-Studenten entwickeln aus Forschungsergebnissen Geschäftsmodelle

Cottbus Elektroautos als Fremdenführer durch den Spreewald, intelligente Sicherheitstechnik oder eine Applikation, die soziale Netzwerke zu Tauschbörsen umfunktioniert: Als Teilnehmer des Ringlabors Gründungsmanagement entwickeln Studenten der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Vermarktungsstrategien für technische Innovationen. In diesem Jahr sind erstmals auch Ideen aus regionalen Unternehmen in das Projekt aufgenommen worden.

Wie sich mit wissenschaftlicher Forschung Geld verdienen lässt, haben Studenten der BTU bei der diesjährigen Abschlussveranstaltung des Ringlabors Gründungsmanagement vorgestellt. Technische Innovationen in Erfolg versprechende Geschäftsmodelle zu verwandeln, ist die Vorgabe des seit drei Jahren laufenden Projekts des BTU Lehrstuhls Planung und Innovationsmanagement sowie des Leibniz-Instituts für innovative Mikroelektronik (IHP) in Frankfurt (Oder). Neben dem IHP hat die BTU mit der Fördergesellschaft Erneuerbare Energie jüngst einen weiteren Partner für das Ringlabor gewonnen.

Eines der im Jahr 2010 vorgestellten Konzepte ist in diesem Jahr als Weiterentwicklung zu sehen: Für eine am IHP entwickelte Sensortechnik, die gefährliche Gase erkennt, hat das Team von BWL-Student Mark Berschadski im Tauchsport eine Marktnische ausgemacht. „Safety-Dive“ soll die Möglichkeiten des Sensors weiter ausschöpfen: „Gemessen werden Gehirnströme, Muskelkontraktionen und Umgebungsparameter“, erklärt Mark Berschadski und ist sicher: „Mit dem Tauchcomputer hätten wir ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt.“

Genau unter die Lupe nimmt die Konzepte im Bildungszentrum der IHK Cottbus eine Jury, in der unter anderen Wilfried Müller von der Wirtschaftsinitiative Lausitz und Ulrich Ruh vom Transferzentrum für Existenzgründung, Innovation und Netzwerke der Zukunftsagentur Brandenburg sitzen.

Markttauglichkeit bescheinigt Peter Häfner von der engage AG „Safety Dive“. Das in Leipzig ansässige Beteiligungsunternehmen gründet in Partnerschaft mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen Unternehmen im Bereich der Hightech-Branche. „Auch mit der BTU möchten wir eine solche Teilhabe an wirtschaftlichen Projekten aufbauen“, erklärt Häfner.

Als Sprungbrett für Ausgründungen aus der BTU habe sich das Projekt Ringlabor bewährt, erklärt Prof. Magdalena Mißler-Behr, Inhaberin des Lehrstuhls für Planung und Innovationsmanagement: Ehemalige BTU-Studenten verkaufen bereits über das Online-Portal spreewald-praesente.de erfolgreich regionale Produkte.

Ein weiterer BTU-Mitarbeiter hat „Zawuu“ gegründet, eine Vermittlungsplattform für Dienstleistungen, die sich als Applikation (App) auf Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter integrieren lässt. Wissenschaftlich unterstützt wurde die Idee jetzt durch das Ringlabor-Team um Thilo Adam, Christopher Bensch und Johannes Guba. Der Business-Plan der Studenten zeigt, dass bereits nach vier Jahren rund 600 000 Nutzer die kostenpflichtigen Einstellplätze (Slots) für den Tausch von Bohrmaschine und Co. nutzen könnten.

„,Zawuu' ist ein interessantes Konzept“, sagt Wilfried Müller.

Zum Thema:

Zum ThemaWeitere Projekte des Ringlabors 2011, an dem sich insgesamt 46 Studenten aus den Fachrichtungen Betriebswirtschaftslehre und E-Business beteiligt haben: The Green Cars - Work in Green Motion: Das Studenten-Team hat ein Vertriebsmodell für Elektroautos in der Handwerksbranche entwickelt. In Kooperation mit einem großen Autohersteller und einem marktführenden Energiekonzern soll "The Green Cars" als Dienstleister für den Elektroauto-Käufer direkten Service aus einer Hand bieten. SpreE-Mobil: Die Idee, Touristen mit Elektroautos den Spreewald erkunden zu lassen, entstand in Kooperation mit der Fördergesellschaft Erneuerbare Energie (FEE). Gebucht werden können die Autos über das Unternehmen online, per Telefon oder Smartphone-App. Besonderer Service: In ein Navigationsgerät sind Sehenswürdigkeiten schon einprogrammiert. 3S – Smart Support System: Das Team aus BWL- und E-Business-Stundenten hat aktive und passive Fahrer-Sicherheitssysteme weiterentwickelt: Das intelligente Überwachungssystem „3S" sammelt Vitaldaten des Autofahrers, um eine Unfallgefahr rechtzeitig erkennen zu können. Die Hardware basiert auf Forschungsergebnissen des IHP, die Software schreiben die Studenten selbst.
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Erstellt am: 13. Juli 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 13. Juli 2011, 02:54 Uhr
Autor: Von Stefanie Hanus

Von Stefanie Hanus

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