01. Februar 2012, 00:00 Uhr

Thyssen-Krupps Edelstahl geht an Finnen

Outokumpu verzichtet auf betriebsbedingte Kündigungen

Essen Der Verkauf der Edelstahlsparte von Thyssen-Krupp an den finnischen Konkurrenten Outokumpu ist so gut wie perfekt. Da es weitreichende Beschäftigungszusagen gibt, dürfte die Zustimmung zu dem Deal reine Formsache sein.

Der Weg für den Verkauf der Edelstahlsparte von Thyssen-Krupp an den finnischen Konkurrenten Outokumpu ist frei. Betriebsbedingte Kündigungen sollen bei der Mehrheitsübernahme von Inoxum durch die Finnen zunächst ausgeschlossen sein. Darauf einigte sich das Unternehmen am Dienstag mit Vertretern des Betriebsrats und der IG Metall.

Mit der ausgehandelten Zustimmung der Arbeitnehmervertreter ist das Geschäft so gut wie perfekt. Inoxum wird mit rund 2,7 Milliarden Euro bewertet. Die Einigung mit Outokumpu sieht vor, dass Thyssen-Krupp Inoxum einbringt und im Gegenzug mit 29,9 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen beteiligt wird. Zudem sollen die Finnen eine „signifikante Barzahlung“ leisten, um Finanzschulden von Inoxum bei Thyssen-Krupp abzulösen. Zudem wollen sie weitere Schulden von Inoxum aus externen Finanzverbindlichkeiten und Pensionsverpflichtungen übernehmen.

Der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen wurde Angaben der IG Metall zufolge für vier Jahre vereinbart und gilt bis Ende 2015. „Mit diesem Vertrag sind wichtige Voraussetzungen für eine Zustimmung der Arbeitnehmer geschaffen worden“, sagte Gewerkschaftssprecher Wolfgang Nettelstroth. Insgesamt hat Inoxum 11 700 Beschäftigte, davon 6000 in Deutschland.

Bis Ende 2013 ist die Schließung des Stahlwerks in Krefeld vorgesehen. Für die davon betroffenen rund 400 Mitarbeiter sollen nach Gewerkschaftsangaben sozialverträgliche Lösungen gefunden werden, wie etwa die Bereitstellung von Ersatzarbeitsplätzen innerhalb des Unternehmens. Auch nach der Schließung der Flüssigphase werde der Standort Krefeld mit derzeit 2100 Beschäftigten weitergeführt. Die Weiterverarbeitung in einem Kaltwalzwerk soll erhalten und ein Forschungs- und Entwicklungszentrum ausgebaut werden. Die Flüssigphase am Edelstahlstandort Bochum mit rund 500 Beschäftigten soll bis mindestens Ende 2016 fortgeführt werden.
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Erstellt am: 01. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 01. Februar 2012, 02:32 Uhr
Autor: Von Uta Knapp

Von Uta Knapp

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