20. November 2004, 01:09 Uhr
Stadtumbau-Gelder fast nur für Abriss
Erfurt.
Der Stadtumbau Ost muss nach Auffassung der mitteldeutschen Architektenkammern verstärkt auf Neubau oder bauliche Aufwertung ausgerichtet werden.
In den vergangenen Jahren seien etwa 90 Prozent der Gelder einseitig für den Abriss verwendet worden, kritisierte Sachsen-Anhalts Kammerpräsident Ralf Niebergall gestern auf dem 1. Mitteldeutschen Architektentag von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Erfurt. Er bemängelte, dass Kommunen ein Drittel der Kosten tragen müssten, wenn aus dem Bund-Länder-Programm Bauprojekte finanziert werden. Abriss werde hingegen vollständig übernommen. Es drohe eine Zwei-Klassen-Teilung der ostdeutschen Städte, weil nur vermögende Kommunen das Programm für neue Projekte nutzen könnten. Niebergall forderte, die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) müsse finanzschwachen Städten zinsgünstige Darlehen ermöglichen, damit diese Kommunen ihren Finanzierungsanteil bei städtebaulichen Aufwertungen leisten können.
(ddp/rb)
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