08. Februar 2012, 00:00 Uhr

Ostdeutsche suchen sichere Geldanlagen

Sparkassen profitieren von kräftig gestiegener Nachfrage nach Eigenheimen

Berlin Die starke Nachfrage nach Wohneigentum hat im vergangenen Jahr das Kreditgeschäft der ostdeutschen Sparkassen zusätzlich angekurbelt. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt seien für den Bau oder Erwerb eines Eigenheims Kredite in Höhe von 2,5 Milliarden Euro bewilligt worden, 16,1 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) am Dienstag in Berlin mit.



Dabei entfielen auf die Finanzierung von Neubauten 784 Millionen Euro (plus 65,9 Prozent) und auf den Kauf von Eigentum 1,6 Milliarden Euro (plus 7,1 Prozent). „Offenbar bewerten viele Ostdeutsche vermehrt Wohneigentum in als unsicher empfundenen Zeiten als sichere Anlage“, sagte Verbandspräsident Claus Friedrich Holtmann. Insgesamt stieg das Kreditvolumen der 48 OSV-Sparkassen um 1,7 Milliarden auf 38,4 Milliarden Euro an.

Stark gefragt seien im vergangenen Jahr auch Kredite für Selbstständige und Unternehmen. Insgesamt seien neue Kredite in Höhe von 3,2 Milliarden Euro zugesagt worden, 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit seien die Darlehenszusagen zum vierten Mal in Folge angestiegen. Die Kredite würden vor allem für langfristige Investitionen wie für neue Technik oder Produktentwicklung beantragt. Dabei komme dem Handwerk mit einem Marktanteil von 80 Prozent und den Selbstständigen mit einem Marktanteil von 42 Prozent eine besondere Bedeutung zu. Unternehmen hätten nur einen Marktanteil von gut 19 Prozent. Das sei auch auf die Wirtschaftsstruktur mit nur wenig Industrie in Ostdeutschland zurückzuführen.

Auch das Einlagenwachstum hielt an, allerdings auf moderatem Niveau. So erhöhten die Sparkassenkunden ihre Einlagen im vergangenen Jahr um 793 Millionen Euro auf nun 83 Milliarden Euro (plus ein Prozent). Dabei habe der Trend zu eher kurzfristigen Geldanlagen angehalten. Kaum eine Rolle spielte bei den Ost-Sparkassen das Thema Griechenland und die Schuldenkrise. Es gebe nur einen geringen Bestand an Griechenland-Anleihen und Wertberichtigungen. „Daher sehen wir den weiteren Entwicklungen sehr gelassen entgegen“, sagte Holtmann.

Die OSV-Mitgliedsinstitute hatten Ende 2011 knapp 1600 Geschäftsstellen mit 22 917 Mitarbeitern.
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Erstellt am: 08. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 08. Februar 2012, 03:08 Uhr
Autor: dpa/sm

dpa/sm

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