04. Februar 2012, 00:00 Uhr

Online-Genuss aus der Heimat

Cottbuser Firma weitet Geschäftsfeld auf ganz Deutschland aus / Zweistelliges Wachstum

Spreewaldprodukte allein im Internet zu verkaufen – das war einmal. Zwar hat für Markus Jaunich vor fünf Jahren alles damit angefangen. Doch der Cottbuser Online-Shop hat unter dem Motto „Genuss der Heimat“ längst die Grenzen der Lausitz, Brandenburgs oder Sachsens überschritten. Mit seinen Geschäftspartnern René Kaltschmidt und Gregor Ambros ist Jaunich inzwischen deutschlandweit unterwegs.

Ein ganzer Stapel Broschüren, Werbeflyer und Angebote liegen im Regal des kleinen Büros von Markus Jaunich. Die Unterlagen, die für die Zukunft des Online-Shops auf dem Gelände des Cottbuser Fruchthofes noch Gold wert sein können, wird er in den nächsten Tagen und Wochen sichten. Mit seinen GbR-Geschäftspartnern fallen dann die Entscheidungen, welche Produkte in den Internet-Versand mit aufgenommen werden. „Für uns steht fest: Was für den Spreewald und die Lausitz klappt, das sollte auch mit dem Harz, dem Schwarzwald oder Ostfriesland funktionieren.“

Der 31-jährige Jaunich verweist damit auf die Marschroute des Unternehmens. In Zukunft werden über Cottbus auch Schwarzwälder Schinken oder Eichsfelder Feldgieker (eine Art Mettwurst in Kegelform) zu beziehen sein. Was Touristen während ihres Besuches in unterschiedlichsten Regionen Deutschlands an kulinarischen Genüssen kennen- und schätzen gelernt haben, darauf sollen sie zu Hause nicht verzichten müssen.

Auf der Grünen Woche unterm Berliner Funkturm hat Jaunich auch deshalb reichlich Zeit investiert „weil ich überzeugt bin, dass noch viele verborgene Schätze für uns zu heben sind“. Einst hat er im Spreewald die Firma „Rosenrot und Feengrün“ entdeckt. Deren exklusive Marmeladen, Gelees und Fruchtaufstriche gehören heute neben der Spreewaldgurke in beinahe jeden Präsentkorb aus dieser Region. Sächsische Spezialitäten sind ebenso begehrt.

Und der Feinschmecker-Korb, der über den zweiten Shop des Cottbuser Trios, gourmeo24.com, angeboten wird, ist der Weg in die Zukunft. Zu den 800 Produkten aus Spreewald und Lausitz sind seit August des Vorjahres 300 verschiedene Erzeugnisse aus ganz Deutschland hinzugekommen.

Was Kaltschmidt, Ambros und Jaunich online anbieten, ist hier und da auch in Lebensmittelgeschäften erhältlich. „Unser Vorteil ist das Gesamtpaket“, sagt Jaunich, der die Ideen zum Lebensmittel-Online-Shop hatte. So werden in dem gerade einmal 200 Quadratmeter großen Regallager Original Münchner Weißwurst mit Bölkstoff-Bier (bekannt aus dem Werner-Film) aus Flensburg und Fischprodukte aus dem Norden zu einem Paket verpackt. Das könne der Lebensmittelhandel nicht leisten, sieht Jaunich sein Unternehmen in einer Marktnische agieren. Dass sich daraus eine echte Konkurrenz zum stationären Handel entwickeln könnte, „halte ich für eher unwahrscheinlich“, erklärt Martina Hildmann vom Handelsverband Berlin-Brandenburg. Die Chefin des Regionalbereiches Südbrandenburg verweist darauf, „dass Kunden in den Märkten die Waren sehen, anfassen und probieren könnten. Diese Vorteile kann das Internet nicht wettmachen“.

Und dennoch boomt das online-Geschäft. Aufgrund der wachsenden Vielfalt des Angebots stoßen die Jungunternehmer, die 2011 von der Wirtschaftsinitiative Lausitz mit einem Innovationspreis ausgezeichnet wurden, immer mehr an Kapazitätsgrenzen. „Vor Weihnachten sind wir fast überrollt worden“, schildert Jaunich. Mit Saisonkräften haben zehn Mitarbeiter gepackt, was das Zeug hält, um Kundenwünsche zu erfüllen. Dresdner Christstollen oder Nürnberger Lebkuchen seien die absoluten Renner gewesen. Bei einem jährlichen Umsatz von rund einer halben Million Euro gibt es noch immer zweistellige Zusatzraten. „Wenn das Tempo anhält, müssen wir an Erweiterung denken.“ Im Fruchthof sei alles ausgereizt. Deshalb denkt das Trio über ein Geschäft parallel zum Lager in der Cottbuser Innenstadt nach.

Eine Geschichte, die in den Gründerjahren Mut gemacht hat, erzählt Markus Jaunich besonders gern: Eine Frau aus Berlin habe ihren Verwandten zwei Gläser Spreewaldgurken gesandt. Nach Alaska, für 50 Euro Porto. Heute gehören Besteller aus dem Ausland zur Stammkundschaft. Sie kommen aus Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Schweden, Norwegen, Österreich und der Schweiz. „Sie verlangen alles, was typisch deutsch ist“, sagt Markus Jaunich.

www.spreewald-praesente.de

www.gourmeo24.com

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Erstellt am: 04. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 04. Februar 2012, 03:21 Uhr
Autor: Von Christian Taubert

Von Christian Taubert

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