15. Oktober 2010, 00:00 Uhr

Der Spreewald fliegt auf den BBI

Whisky, Honig, Gurken und Souvenirs sollen Handel und Gastronomie bereichern

Lübben Lausitzer und Spreewälder Spezialitäten sollen ab Juni 2012 Handel und Gastronomie des Großflughafens BBI in Schönefeld bereichern. Die Industrie- und Handelskammer Cottbus und der Spreewaldverein Lübben haben dazu 20 Produkte aus der Region ausgewählt, die in einer Broschüre offeriert werden – und einer Golßener Gurke nacheifern wollen.

Im Land der Gurken spricht Torsten Römer passend von der Hoffnung auf ein »knackiges Geschäft«. Der Chef der Schlepziger Brauerei und Brennerei erweitert seine Anlagen gerade - und hofft, demnächst einiges an Whisky und Edelbränden in Richtung Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) nach Schönefeld schicken zu können. Das neue Braugerät erhöhe die Kapazität um das Sechseinhalbfache, »und das wollen wir natürlich mit neuem Umsatz krönen. Da ist jeder Hebel recht«, sagt Römer.

Der Hebel ist eine druckfrische Broschüre, die die Industrie- und Handelskammer Cottbus und der Spreewaldverein in Lübben gerade herausbringen. Auf 40 Seiten präsentieren sich Anbieter aus der Lausitz und speziell dem Spreewald, die auf den BBI fliegen. Baumkuchen von Hajeks aus Cottbus und Bad Liebenwerdaer Teeträume sind darunter, Gurkenlikör von Magoli aus Straupitz, Korn und Gurkenwasser aus Sellendorf, Spreewälder Präsentkörbe aus Cottbus Online-Shops, Fruchtmus vom Spreewaldhof Golßen, Honig aus Langengrassau, Marmeladen aus Lehde, Naturkosmetika der Spreewald-Therme, Trachtenpuppen aus Burg, Sanders Keramik aus Lübben und Holzminiaturen aus Calau. Dort, bei Brigitte Garz, werden Spreewaldkähne, Fischkästen oder Stoßschlitten von Hand gearbeitet. Bislang zieht die Calauerin über Märkte und verkauft an die Touristen-Büros in der Region. »Oft schauen die Leute und denken, das sei alles aus dem Erzgebirge«, erzählt Brigitte Garz. Und sie freut sich über die staunenden Gesichter, denn die Miniaturen kommen aus den Händen ihres Mannes Horst.

Die kleinen Souvenirs haben etwas gemeinsam mit dem Whisky aus Schlepzig, dem Korn aus Sellendorf, dem Kuchen aus Cottbus oder dem Met aus der Imkerei Neiße: Es sind exklusive Produkte. »Wir wollen keine Tausend Kähne, wir bieten Unikate«, sagt Brigitte Garz. Auch Römer sagt, er bleibe trotz der Erweiterung »in einer Nische«. Diese Exklusivität aber soll die Produkte für die Händler und Gastronomen am BBI interessant machen.

»Angebote in Flughäfen sind oft austauschbar«, sagt Jens Krause, Bereichsleiter Standortpolitik bei der IHK in Cottbus und der Verbindungsmann der Kammer zum Großflughafen. Am BBI soll sich künftig die Region wiederfinden. »Wir haben in der Lausitz und im Spreewald viele super Produkte, aber mancher weiß es einfach nicht«, so Krause. Die regionale Note in den Läden am Flughafen soll helfen, das zu ändern, und sie soll gleichzeitig für die Landschaft zwischen Heideseen, Spree und Seenland werben. »Den künftigen Großflughafen werden Millionen Passagiere aus aller Welt frequentieren. Ihnen ein Andenken aus dem Spreewald mitzugeben ist die beste Gelegenheit, international für die Region zu werben«, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Krüger. 20 für den Flughafen-Handel und die dortige Gastronomie geeignete Produkte sind in der 40-seitigen Broschüre gelistet, die neugierig machen soll.

Vielleicht gelingt ihnen ein Höhenflug wie der »Get One«-Gurke aus Golßen. Diese Spezialität aus dem Spreewaldhof hat sich seit ihrer Einführung auf den Berliner Flughäfen im August bereits 3000 Mal verkauft.

Zum Thema:
Am Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) wird es nach Betreiberangaben mit der Eröffnung im Jahr 2012 rund 150 Geschäfte und Restaurants oder Cafés geben. Insgesamt werden 22 000 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. Davon sollen sich 18 000 Quadratmeter hinter der zentralen Sicherheitskontrolle und 4000 Quadratmeter davor befinden. Für das Jahr 2011 ist eine weitere Auflage der Broschüre bereits geplant, dann mit noch mehr Produkten aus der Lausitz und dem Spreewald.
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Erstellt am: 15. Oktober 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 15. Oktober 2010, 02:37 Uhr
Autor: Von Jan Gloßmann

Von Jan Gloßmann

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