BASF in Schwarzheide überspringt Umsatzmilliarde
Schwarzheider Chemieunternehmen fast wieder so stark wie vor der Wirtschaftskrise
Schwarzheide Die BASF Schwarzheide GmbH (Oberspreewald-Lausitz) hat das Krisenjahr 2009 abgeschüttelt und ist zu alter Stärke zurückgekehrt. Das Lausitzer Chemieunternehmen hat nach 2007 und 2008 im Vorjahr mit einem Umsatz von 1,06 Milliarden Euro erneut die magische Grenze überschritten.
War die durchschnittliche Auslastung der Anlagen vor zwei Jahren auf 79 Prozent abgesackt, jedoch mit deutlich steigender Tendenz ab dem III. Quartal, so lag sie im Vorjahr bei 88 und in der Spitze bei 91 Prozent. Dies war nach BASF-Angaben der seit drei Jahren höchste Wert. »In unserem Jubiläumsjahr haben wir erfolgreich die Potenziale des wirtschaftlichen Aufschwungs genutzt«, bilanzierte Tebel.
Die Investitionen in den Standort gingen weiter. Bisher größtes Einzelprojekt war die Erweiterung der Produktionsanlage für den Pflanzenschutzwirkstoff F 500. Sie ist nach der Rekordbauzeit von 18 Monaten im April 2010 in Betrieb gegangen. Es entstanden 29 Arbeitsplätze. Darüber hinaus habe das Unternehmen in die Sicherung der vorhandenen Produktion mit 64 Millionen Euro etwas weniger als 2009 investiert. Seit 1990 sind in den Auf- und Ausbau des BASF-Chemiestandortes Schwarzheide nicht weniger als 1,5 Milliarden Euro geflossen.
In komplett neue Standbeine, das stellte der Geschäftsführer klar, werde in der Lausitz nicht investiert. Entsprechend der Europastrategie des Konzerns hätten die großen Verbund standorte Ludwigshafen und Antwerpen zuerst das Zugriffsrecht. In Schwarzheide werde vielmehr die vorhandene Anlagentechnik ausgebaut und erweitert. »Wachstum aus der eigenen Struktur heraus«, bezeichnete es Tebel.
Dafür werden zwei neue Ansiedler begrüßt. Zehn Arbeitsplätze will der zum Automobilzulieferer Magna gehörende Autoteilehersteller Intier Automotive Interiors (Germany) GmbH schaffen. Die Produktion von Kunststoffteilen in einer Halle auf dem BASF-Werksgelände soll im II. Quartal starten.
Die relogplastics GmbH will Kunststoffreste aus der Neopolen-Anlage der BASF aufbereiten und dem Fertigungsprozess wieder zuführen. Beginnend in diesem Jahr entsteht eine neue Produktionsstätte mit Fertigungshalle, Lager und Sozialgebäude für 2,5 Millionen Euro und anfänglich sieben Mitarbeitern.
Trotz dieser positiven Aussichten ist die Gesamtzahl der Beschäftigten am Chemiestandort gesunken - bei der BASF von 1900 im Jahr 2006 auf 1779 zum Ende des Vorjahres. Ähnlich sieht es bei den BASF-Gruppengesellschaften und den innerhalb der Ansiedlungsinitiative bereits arbeitenden Unternehmen aus. Die Anzahl der Mitarbeiter sank von 530 auf 454.
Die größte Aktie hat daran allerdings das Spezialkunststoffwerk der Cyclics Europe GmbH in Schwarzheide mit mehr als 70 Mitarbeitern. Dieser Betrieb, 2005 in der Lausitz gestartet, habe Insolvenz anmelden müssen.
Keine größeren negativen Auswirkungen erwartet Tebel für den BASF-Konzern und den Lausitzer Standort im Zusammenhang mit den Naturkatastrophen in Japan, obwohl dort zum Beispiel Automobilhersteller ihre Produktion drastisch herunterfahren wollen. Direkte Warenströme zwischen Schwarzheide und der Insel gebe es nicht, sagte der Geschäftsführer.
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Mit einer Ausbildungsquote von annähernd zehn Prozent bildet die BASF Schwarzheide GmbH nach den Worten ihres Arbeitsdirektors Hans-Christian Marxen nach wie vor über den eigenen Bedarf aus. Da immer weniger junge Leute die Schulen verlassen und ab 2018 in jedem Jahr durchschnittlich 40 ältere Fachkräfte aus dem Unternehmen ausscheiden, sollen mehr ausgelernte Jungfacharbeiter behalten werden, als zunächst notwendig sind. Angesichts des demografischen Wandels soll mit ihnen die Leistungsfähigkeit des Standortes erhalten werden. Speziell dafür ist »Talent Offensive Produktionsstandort« initiiert worden.
Mit einer Ausbildungsquote von annähernd zehn Prozent bildet die BASF Schwarzheide GmbH nach den Worten ihres Arbeitsdirektors Hans-Christian Marxen nach wie vor über den eigenen Bedarf aus. Da immer weniger junge Leute die Schulen verlassen und ab 2018 in jedem Jahr durchschnittlich 40 ältere Fachkräfte aus dem Unternehmen ausscheiden, sollen mehr ausgelernte Jungfacharbeiter behalten werden, als zunächst notwendig sind. Angesichts des demografischen Wandels soll mit ihnen die Leistungsfähigkeit des Standortes erhalten werden. Speziell dafür ist »Talent Offensive Produktionsstandort« initiiert worden.
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Erstellt am: 17. März 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 17. März 2011, 10:00 Uhr
Autor: Von Manfred Feller

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